Dokumentarfilme – Geschichten für die Generation Z

Die Generation Z ist durch digitale Mediennutzung stark geprägt, weshalb sie sich in ihren Sehgewohnheiten von früheren Generationen stark unterscheidet. Inwiefern diese Prägung das Konsumverhalten und die Erwartungen an dokumentarische Inhalte beeinflusst, ist bislang wenig erforscht. Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern SRF (Schweizer Radio und Fernsehen) seine Dokumentarfilme inhaltlich, filmisch und formatbezogen Gestaltungen anpassen könnte, um die Zielgruppe Generation Z in der Deutschschweiz gezielter anzusprechen und damit den Konsum zu fördern.

Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde eine quantitative, nicht aber repräsentative Onlinebefragung mit Personen im Alter von 15 bis 30 Jahren durchgeführt. Ergänzend wurde ein schriftliches Interview mit Sarah Christen, Leiterin Jugend und Musik von SRF geführt. Die Ergebnisse zeigen, dass grund-sätzlich ein Interesse an dokumentarischen Inhalten besteht, jedoch nur dann, wenn sie kompakt, emotional, visuell ansprechend und gesellschaftlich relevant aufbereitet sind. Be-vorzugt werden persönliche Geschichten, authentische Protagonist:innen und eine klare Storyline. Plattformen wie YouTube, Instagram und Play SRF spielen eine zentrale Rolle für die Sichtbarkeit. Die Arbeit zeigt auf, dass SRF bereits erste Ansätze verfolgt, um diese Erwartungen zu erfüllen, aber durchaus weiteres Potenzial in der plattformgerechten Ge-staltung, narrativen Ansprache und Distribution besteht.

Ergänzend zur wissenschaftlichen Untersuchung entstand im Rahmen des Lehrprojekts ein Dokumentarfilm über die Berner Rapgruppe Vokuhila Mafia (Jule X, Anru, Astro Burger, Areem). Über rund sechs Monate wurden die Künstler auf Tour, im Studio, beim Bühnenbau und während des Festivalsommers begleitet. Ziel war es, einen authentischen Einblick zu geben und zugleich filmisch mit Gestaltungsmitteln zu arbeiten, die sich an den Sehgewohnheiten der Generation Z orientieren – etwa schnelle Schnitte, Konzertfootage und Behind-the-Scenes-Material. Das Projekt diente einerseits als praxisnahe Ergänzung zur theoretischen Arbeit, andererseits als Experimentierfeld, um die Wirkung dokumentarischer Formate auf eine junge Zielgruppe erproben zu können.

Da das Lehrprojekt noch nicht veröffentlicht wurde, ist die Arbeit derzeit nur auf Anfrage einsehbar.