Gestaltungselemente für interaktive Klanginstallationen:

Qualitative und quantitative Analyse der Gestaltungselemente, die das Ansprechen und die aktive Auseinandersetzung von Besucher:innen fördern

Wie schaffe ich es, dass Menschen vor einer Klanginstallation stehen bleiben, zuhören und sich wirklich darauf einlassen? Diese Frage hat mich während meiner gesamten Bachelorarbeit beschäftigt. In einer Zeit, in der wir täglich von unzähligen visuellen und akustischen Reizen umgeben sind, wollte ich herausfinden, welche Gestaltungselemente interaktive Klanginstallationen wirklich ansprechend machen und Besucher:innen zur aktiven Auseinandersetzung motivieren.

Thesis

Interaktive Klanginstallationen haben sich in den letzten Jahren zu einer eigenständigen Kunstform entwickelt, die Kunst, Technologie und Publikum auf besondere Weise miteinander verbindet. Sie sind heute in Museen, Galerien und öffentlichen Räumen zu finden und gewinnen stetig an Popularität. Doch obwohl sie immer häufiger zu sehen sind, fehlten bisher systematische Erkenntnisse darüber, welche konkreten Gestaltungselemente sie für Besucher:innen besonders attraktiv machen.

In meiner Forschung bin ich dieser Frage mit einem kombinierten Ansatz aus qualitativer Dokumentenanalyse und quantitativer Befragung nachgegangen. Dabei wollte ich nicht nur theoretische Erkenntnisse sammeln, sondern vor allem die Perspektive des Publikums verstehen. Was bewegt Menschen dazu, bei einer Klanginstallation zu verweilen? Welche Elemente sprechen sie emotional an?

Die Ergebnisse meiner Untersuchung haben vier zentrale Gestaltungselemente identifiziert, die für eine ansprechende Wirkung auf Besucher:innen entscheidend sind:

Atmosphärische Klanglandschaften schaffen die Grundlage für das Eintauchen in eine andere Welt. Sie transportieren Besucher:innen an imaginäre Orte und erzeugen emotionale Stimmungen.

Multimodale Sinneserfahrungen verbinden verschiedene Wahrnehmungsebenen miteinander. Wenn Klang, visuelle Elemente und haptische Erfahrungen harmonisch zusammenspielen, entsteht ein ganzheitliches Erlebnis.

Intuitive Interaktivität ermöglicht es Besucher:innen, ohne komplizierte Anleitungen mit der Installation zu interagieren. Die Bedienung sollte natürlich und unmittelbar verständlich sein.

Emotionale Resonanz durch überraschende Momente sorgt dafür, dass das Erlebnis nachhaltig in Erinnerung bleibt. Unerwartete Klangveränderungen oder visuelle Effekte können starke emotionale Reaktionen auslösen.

Diese vier Elemente stehen dabei nicht isoliert nebeneinander, sondern wirken in einem komplexen Zusammenspiel und prägen gemeinsam das Gesamterlebnis. Meine Forschung zeigt auf, wie Künstler:innen und Ausstellungsmacher:innen diese Erkenntnisse gezielt nutzen können, um wirkungsvolle interaktive Klanginstallationen zu schaffen.

Lehrprojekt

Parallel zu meiner theoretischen Forschung habe ich eine immersive Klanginstallation für das Igloo entwickelt, die eine besondere Herausforderung darstellte: Wie schaffe ich es, Besucher:innen vollständig in eine andere Welt eintauchen zu lassen?

Das Projekt umfasst zwei verschiedene 360°-animierte Szenarien: einen unheimlichen, verlassenen Wald und eine bedrückende Unterwasserwelt. Beide wurden bewusst so gestaltet, dass sie starke emotionale Reaktionen hervorrufen, ohne dabei zu überwältigend zu wirken.

Die grösste Herausforderung lag in der Arbeit mit 5.1-Surround-Sound, einem völlig neuen Bereich für mich. Mit Adobe Audition erstellte ich einen sechskanaligen Audio-Mix aus Links, Rechts, Center, LFE (Low Frequency Effects, Subwoofer), Surround Links und Surround Rechts. Durch gezielte Ansteuerung der verschiedenen Lautsprecherkanäle entstand eine immersive Klangverteilung im Igloo, die Windgeräusche zwischen den Surround-Kanälen wandern lässt und tiefe Brummtöne über den Subwoofer körperlich spürbar macht.

Die visuellen Elemente entwickelte ich mit Adobe Illustrator und After Effects. Dabei war es mir wichtig, dass die Animationen die Aufmerksamkeit nicht vom zentralen Element, dem Sound, ablenken, sondern die akustische Erfahrung unterstützen.

Besonders wertvoll war die Testphase im Igloo selbst. Nach mehreren technischen Herausforderungen konnte ich verschiedene Personen die Installation erleben lassen und erhielt faszinierendes Feedback: Alle Besucher:innen hatten ein völlig anderes Gefühl bei den Soundkulissen und erlebten sie ganz individuell. Dies zeigte mir eindrücklich, wie sehr spezifische Sounds und sogar der Standort im Raum die Wahrnehmung der Installation beeinflussen können.

Dieses Lehrprojekt hat mir gezeigt, wie herausfordernd und gleichzeitig erfüllend es ist, eine vollständig immersive Erfahrung zu schaffen. Es demonstriert, wie durchdachtes Klangdesign, subtile visuelle Unterstützung und die richtige technische Umsetzung zusammenwirken können, um Besucher:innen in völlig andere Welten zu entführen und nachhaltige emotionale Erlebnisse zu schaffen.

Hier ein paar Behind The Scenes Bilder:

Unter diesem Link findest du finalen Videos, die auf YouTube sind (Achtung, der Sound wird nicht der selbe sein wie vor Ort und kann zwar mit Kopfhörer die 5.1 unterstützen simuliert werden aber erzeugt nicht den selbe Effekt):

Bitte akzeptiere die statistik, Marketing Cookies um diesen Inhalt zu sehen.
Bitte akzeptiere die statistik, Marketing Cookies um diesen Inhalt zu sehen.

Filmische Zusammenfassung meiner Bachelorarbeit:

Bitte akzeptiere die statistik, Marketing Cookies um diesen Inhalt zu sehen.