Wie generative KI den Beruf Mediamatiker:in EFZ verändert

Als Mediamatiker EFZ und Berufsbildner erlebe ich hautnah, wie generative KI meinen Berufsalltag und den meiner Lernenden verändert. Diese Abschlussarbeit nähert sich diesem Wandel aus zwei Richtungen: Die Bachelorarbeit untersucht wissenschaftlich, wie sich die Kompetenzanforderungen im Beruf Mediamatiker:in EFZ verschieben, während das begleitende mediale Lehrprojekt das Thema künstliche Intelligenz auf eine zugängliche, positive Weise an Jugendliche und Lernende heranträgt.

Generative künstliche Intelligenz (KI) verändert Kompetenzen, die Mediamatiker:innen bislang aufwändig erworben haben. Die Bachelorarbeit untersucht, wie sich dadurch die Kompetenzanforderungen im Beruf Mediamatiker:in EFZ verschieben und welche Konsequenzen sich für Bildungsplan und Unterrichtspraxis ergeben. Alle 158 Leistungsziele des Bildungsplans werden systematisch nach KI-Betroffenheit kategorisiert; die daraus abgeleiteten vier Thesen werden in sechs Expert:inneninterviews aus den Perspektiven Wirtschaft, Berufsfachschule und Trägerschaft überprüft. Die Ergebnisse zeigen: Bei 55,1 % der Leistungsziele unterstützt generative KI die Tätigkeit, ohne sie vollständig zu ersetzen; bei 11,4 % lässt sie sich vollständig durch KI ausführen. Tätigkeiten mit persönlicher Interaktion, körperlicher Präsenz oder situativem Urteilsvermögen bleiben weitgehend KI-resistent. Die Arbeit schliesst mit Empfehlungen zur Anhebung der Taxonomiestufen, zur verbindlichen Regelung des Kompetenznachweises und zur Klärung der Zuständigkeit für den Zugang zu KI-Werkzeugen.

Das begleitende mediale Lehrprojekt ist thematisch über das Thema künstliche Intelligenz mit der Thesis verbunden, baut aber nicht direkt auf deren Befunden auf: Anhand der computergestützten Bioakustik zeigt es Jugendlichen und Lernenden einen positiven Einsatz von KI. Der Film ist hier abrufbar: Echos der Tiefe – Wie KI die Sprache der Pottwale entschlüsselt