Vier Musik-Performance-Videos für den Rapper Mo8

Vier Musikvideos, ein Club und jede Menge Mundart-Rap. Für den Basler Rapper Mo8 und seine Crew OWTF haben wir vier Performance-Videos rund um die Releases «Fuck It», «Love It» und «Destroy It» produziert. Unser Ziel war es, die Musik mit unterschiedlichen Kameraeinstellungen, Lichteinstellungen und einem passenden Schnitt auch visuell zum Leben zu erwecken.

Die Idee

Für den Basler Rapper Mo8 und seine Crew OWTF sollten vier Musik-Performance-Videos entstehen, die seine Songs nicht nur musikalisch, sondern auch visuell wiederspiegeln. Im Gegensatz zu klassischen Musikvideos wollten wir den Fokus bewusst auf die Performance von Mo8 legen. Die Musik, seine Präsenz vor der Kamera und die Atmosphäre sollten dabei absolut im Mittelpunkt stehen. Geplant waren drei unterschiedliche Performance-Videos für die Releases «Fuck It / Love It» sowie ein weiteres Video für den kommenden Release «Destroy It». Besonders bei letzterem wollten wir mit Stroboskoplicht experimentieren und ein Video schaffen, bei dem Licht, Kameraführung und Schnitt eng mit dem Rhythmus der Musik zusammenspielen. Uns war wichtig, dass sich die vier Videos zwar gestalterisch unterscheiden, aber trotzdem eine gemeinsame visuelle Handschrift erkennbar bleibt. Dafür entschieden wir uns, alle Videos an einem Drehort umzusetzen und die verschiedenen Bereiche der Location als eigenständige Sets zu nutzen.

Konzeption und Vorbereitung

Als Drehort entschieden wir uns für die Kaschemme, einen Club in Basel, den wir für unsere Produktion mieteten. Die Location bot uns verschiedene Möglichkeiten, mit Licht, Perspektiven und unterschiedlichen Hintergründen zu arbeiten. Anstatt für jedes Musikvideo einen neuen Drehort zu suchen, wollten wir die Location möglichst vielseitig nutzen.

Bevor wir mit dem Dreh beginnen konnten, mussten wir uns zuerst mit den Gegebenheiten in der Kaschemme auseinandersetzen. Dazu gehörte das Auskundschaften der Location, die Planung der Kameraeinstellungen und die Frage, welche Bereiche sich für die einzelnen Performances am besten eignen. Ein wichtiger Teil unserer Konzeption war das Licht. Da wir in einem Club drehten, wollten wir nicht nur mit unserem eigenen Equipment arbeiten, sondern auch die vorhandene Clubbeleuchtung in die Videos einbauen. Deshalb mussten wir bereits bei der Vorbereitung überlegen, welche Lichteinstellungen wir erzeugen möchten und wie sich die unterschiedlichen Lichtquellen miteinander kombinieren lassen. Parallel dazu kümmerten wir uns um die Organisation der Dreharbeiten. Dazu gehörten die Absprache mit Mo8 und OWTF, die Miete der Kaschemme, die Planung unserer An- und Rückreise nach Basel sowie die Technikausleihe an der FHGR.

Für die Kamera- und Lichttechnik planten wir unter anderem mit der Sony a7 IV sowie verschiedenen Lichtern von der Technikausleihe und Clublichtern zu arbeiten. Gerade für das Stroboskopvideo waren entsprechende Licht- und Kameratests wichtig, um die gewünschte Wirkung bereits vor dem Dreh einschätzen zu können.

Vier Videos und ein Drehtag in der Kaschemme

Die grösste Herausforderung bei der Organisation war, vier eigenständige Musikvideos innerhalb eines Drehtags umzusetzen. Deshalb teilten wir die Produktion in vier Blöcke auf. Jeder Block war für ein Video vorgesehen und sollte genügend Zeit für die Performance, verschiedene Kameraeinstellungen und den Umbau des Sets haben. Zwischen den einzelnen Performances planten wir Pausen für Mo8 ein. Diese Zeit wollten wir nutzen, um die Kamerapositionen anzupassen, das Licht umzubauen und das nächste Set vorzubereiten.

Stroboskop-Performance für «Destroy It»

Für «Destroy It» entwickelten wir ein eigenes visuelles Konzept. Im Gegensatz zu den anderen Videos sollte hier besonders der Stroboskop-Effekt im Vordergrund stehen. Unsere Idee war es, mit den kurzen Lichtimpulsen zu arbeiten und diese mit dem Sound zu verbinden. Dadurch sollten Bewegungen, Kameraperspektiven und Schnitte einen intensiveren und teilweise abgehackten Charakter erhalten. Für die Umsetzung mussten wir uns besonders mit dem Zusammenspiel von Licht und Kamera beschäftigen. Schliesslich sollte das Stroboskop nicht einfach nur als Effekt eingesetzt werden, sondern die Dynamik und Energie des Songs auch richtig visuell unterstützen.

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Das Cypher-Performancevideo

Im Zentrum unserer Produktion stand ein grosses Cypher-Performancevideo zum Release «Fuck It / Love It». Dabei wollten wir den Charakter einer Rap-Performance richtig einfangen und Mo8 gemeinsam mit seiner Crew OWTF in den Mittelpunkt stellen. Die Herausforderung bestand grossteils darin, die Energie der Performance mit der Kamera einzufangen. Unterschiedliche Perspektiven und Bildausschnitte sollten dafür sorgen, dass das Video inhaltlich abwechslungsreich bleibt.

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Zwei weitere Performances

Neben dem grossen Cypher-Video produzierten wir zwei weitere Performance-Videos im Aussenbereich der Kaschemme. Hier wollten wir die Atmosphäre auf unterschiedliche Weise nutzen. Durch den Wechsel der Sets und das Licht von draussen, sollten die Videos den passenden Charakter zum Inhalt der Songs erhalten, ohne dass dabei der gemeinsame Stil der Produktion verloren geht. Gerade dieser Wechsel zwischen den Drehorten innerhalb und ausserhalb des Clubs gab uns die Möglichkeit, unterschiedliche Wirkungen für die Videos zu schaffen.

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Postproduktion

Mit dem Abschluss der Dreharbeiten war die Arbeit noch lange nicht vorbei. Aus dem aufgenommenen Material mussten dann noch vier eigenständige Videos entstehen, die sowohl gestalterisch als auch musikalisch funktionieren. Dafür haben wir zunächst das ganze Kamera-Material zusammengeführt, um die Aufnahmen zu sichten. Der Schnitt sollte sich an den Songs orientieren und die Energie der Performances unterstützen. Entscheidend war deshalb nicht nur, welche Aufnahmen gut aussehen, sondern auch, an welcher Stelle sie musikalisch am besten funktionieren und welche der Einstellungen die Parts der Songs visuell passend unterstreichen. Schnitt, Effekte und Color Grading war definitiv der intensivste Teil des Projekts, wo wir viele Stunden ausprobiert, umgestellt und wieder verworfen haben. Anschliessend wurden die Videos mit Mo8 abgestimmt. Uns war wichtig, dass die fertigen Produktionen nicht nur unseren eigenen gestalterischen Vorstellungen entsprechen, sondern auch den Künstler und seine Musik richtig repräsentieren.

Fazit und Danksagung

Aus der Zusammenarbeit mit Mo8 und OWTF sind vier Musik-Performance-Videos entstanden, die unterschiedliche Seiten seiner Musik visuell aufgreifen. Vom grossen Cypher-Video über die weiteren Performances in der Kaschemme bis hin zum Stroboskop-Video für «Destroy It» konnten wir mit verschiedenen gestalterischen Ansätzen arbeiten. An dieser Stelle möchten wir uns nochmal bei der Kaschemme bedanken, für die Möglichkeit die Videos dort umsetzten zu können.

(phh)

Zeitplanung und Organisation

Vier Musikvideos in einem Tag umzusetzen, war von Beginn an ein sehr ambitioniertes Vorhaben. Besonders durch den engen Releaseplan von Mo8 hatten wir nur begrenzt Spielraum was die Zeit betrifft. Die Aufteilung in vier Drehblöcke war deshalb ein zentraler Bestandteil unserer Planung. Gleichzeitig bringt eine solche Einteilung auch Nachteile mit sich. Wenn ein Setaufbau oder eine Performance mehr Zeit benötigt als vorgesehen, wirkt sich das direkt auf den Dreh aus. Für zukünftige Produktionen würden wir deshalb bewusst mehr Zeitreserven zwischen den einzelnen Sets einplanen und nach Möglichkeit die Drehs auf verschiedene Tage legen.

Licht und Kamera

Die Kombination aus eigenem Licht von der Technikausleihe und vorhandener Clubbeleuchtung eröffnete uns verschiedene Möglichkeiten. Gleichzeitig verlangte sie eine gute Vorbereitung, da die eingesetzten Lichter nicht nur zur Location, sondern auch zur jeweiligen Performance passen mussten. Besonders das Stroboskopvideo stellte eine grosse Herausforderung an die Abstimmung zwischen Kamera und Licht. Rückblickend zeigt für unser Konzept zeigt das, wie wichtig technische Tests bereits vor dem eigentlichen Dreh sind. Nur so lässt sich das Risiko reduzieren, dass ein geplanter Effekt dann auf der Kamera plötzlich anders aussieht als eigentlich erwartet.

Vier Videos an einer Location

Die Entscheidung, alle vier Videos in der Kaschemme zu drehen, hatte sowohl organisatorische als auch gestalterische Vorteile. Wir mussten nur eine Location organisieren und konnten das vorhandene Equipment für alle vier Produktionen einsetzen. Gleichzeitig bestand darin die Gefahr, dass die Videos zu ähnlich wirken könnten. Gerade bei mehreren Musikvideos am selben Drehort reicht es nicht nur die Kameraposition zu verändern. Licht, Bildgestaltung und Performance müssen ebenfalls aufeinander abgestimmt sein, damit jedes Video eine eigene Identität erhält. Für zukünftige Projekte würden wir deshalb die gestalterischen Unterschiede der einzelnen Videos noch stärker bereits in der Konzeption festhalten.

Postproduktion

Eine der grössten Herausforderungen in der Postproduktion war die Menge an Drehmaterial. Durch die verschiedenen Performance-Durchgänge hatten wir teilweise über neun unterschiedliche Kameraeinstellungen für eine einzige Szene. Dadurch stand uns zwar eine grosse Auswahl an Aufnahmen zur Verfügung, gleichzeitig wurde es aber auch immer schwieriger, den Überblick zu behalten. Besonders beim Sichten und Sortieren des Materials haben wir gemerkt, wie aufwendig es ist, aus so vielen Aufnahmen die passenden Einstellungen auszuwählen. Hinzu kam, dass die einzelnen Performances miteinander synchronisiert werden mussten, damit wir im Schnitt problemlos zwischen den verschiedenen Perspektiven wechseln konnten. Eine bessere Dokumentation der Kameraeinstellungen und Performance-Durchgänge hätte uns in der Postproduktion etwas Arbeit erspart.

Zusammenarbeit und Learnings

Die Produktion hat uns die Möglichkeit geboten, gemeinsam mit einem Künstler und seiner Crew an einem Musikprojekt zu arbeiten. Anders als bei einer eigenen Produktion mussten wir dabei nicht nur unsere gestalterischen Vorstellungen berücksichtigen, sondern auch die Wünsche von Mo8 und auch auf den Releaseplan von ihm achten. Für uns war das eine wichtige Erfahrung, da bei so einer Produktion nicht nur die technische und kreative Umsetzung zählt, sondern auch eine gute Kommunikation.

Durch das Projekt konnten wir nicht nur unsere Fähigkeiten in der Videoproduktion weiterentwickeln, sondern auch viele persönliche Erfahrungen sammeln.
Was wir definitiv gelernt haben ist, wie wichtig das Zusammenspiel von Planung, Licht, Kamera und Schnitt ist und welchen Einfluss unsere Entscheidungen am Set auf die spätere Postproduktion haben. Wir konnten Neues ausprobieren, eigene Fehler erkennen und daraus lernen. Diese Erfahrungen nehmen wir auf jeden Fall für zukünftige Produktionen mit, um noch genauer arbeiten zu können.