Katerzmorga Intro

97 Ebenen, sieben Sekunden Laufzeit und unzählige Zeichnungen. Für das Satireformat Katerzmorga durfte ich eine Introanimation gestalten und dabei meine Frame-by-Frame-Fähigkeiten auf die Probe stellen.

Projektbeschreibung

Katerzmorga ist ein satirisches Videoformat von Mitstudierenden. Für dieses Format wurde eine Introanimation gesucht, die vor jeder Folge abgespielt werden kann und den Charakter des Formats vermittelt.

Das ursprüngliche Briefing war relativ einfach: Eine verkatert wirkende Person sitzt auf einem Sofa, während Bierdosen herumliegen. Anschliessend nimmt die Person eine Fernbedienung in die Hand und schaltet den Fernseher ein.

Wie genau dies umgesetzt werden sollte, war weitgehend offen. Dadurch hatte ich viel kreativen Spielraum.

Schon früh war für mich klar, dass ich die Animation vollständig Frame by Frame umsetzen möchte. Im Studium hatte ich bereits mehrere Projekte mit After Effects umgesetzt. Dieses Projekt wollte ich deshalb nutzen, um mich gezielt in einer Technik weiterzuentwickeln, die ich bisher deutlich weniger intensiv genutzt hatte.

Das Ziel war nicht nur eine funktionierende Introanimation, sondern auch die bewusste Auseinandersetzung mit klassischen Animationsprinzipien.

Die Animation

Die fertige Animation beginnt mit einer schlafenden Figur auf einem Sofa. Nach einem kurzen Moment schreckt sie plötzlich auf und springt aus ihrer entspannten Haltung hoch. Anschliessend greift sie zur Fernbedienung, richtet diese in Richtung Kamera und schaltet den Fernseher ein.

Danach wechselt die Perspektive zum Bildschirm. Dort erscheint der Schriftzug «Katerzmorga». Ein heller Blitz beendet die Sequenz und schafft den Übergang zur eigentlichen Folge.

Die gesamte Animation dauert rund sieben Sekunden.

Obwohl sieben Sekunden nach wenig klingen, steckt überraschend viel Arbeit darin. Insgesamt entstand die Animation auf 97 einzelnen Ebenen.

Während des Animationsprozesses entwickelten sich zusätzliche Ideen. Das plötzliche Hochschrecken der Figur war beispielsweise ursprünglich gar nicht geplant, entstand aber während der Arbeit an den Bewegungsabläufen. Andere Elemente kamen erst durch Feedback des Produktionsteams hinzu. Nachdem ich die erste Rohversion gezeigt hatte, wurde die Animation um die Fernsehersequenz und den Übergang zur Sendung erweitert.

Die Farbgestaltung orientiert sich bewusst am visuellen Auftritt von Katerzmorga und greift die bereits vorhandenen Farben des Formats auf.

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Mein Animationsprozess

Die grösste Herausforderung bestand darin, natürliche Bewegungen zu erzeugen.

Besonders schwierig wurde es immer dann, wenn sich die Figur stark von ihrer Ausgangsposition entfernte. Das war vor allem bei der Bewegung mit der Fernbedienung der Fall. Während kleine Bewegungen relativ intuitiv funktionieren, wird es deutlich komplizierter, wenn sich Arme, Schultern und Oberkörper gleichzeitig bewegen müssen.

An einer Stelle kam ich während der Animation kaum weiter. Die Bewegung des Fernbedienung-Greifens wirkte immer wieder unnatürlich. Erst nachdem ich mich selbst gefilmt hatte, wie ich dieselbe Bewegung ausführe, verstand ich besser, wie sich der Körper tatsächlich verhält. Dadurch konnte ich die Animation deutlich glaubwürdiger gestalten.

Während des Projekts versuchte ich bewusst verschiedene Animationsprinzipien anzuwenden, die wir im Studium kennengelernt hatten. Dazu gehörten Anticipation, Overlapping Action, Slow In and Slow Out, Timing sowie punktuell auch Exaggeration.

Besonders spannend fand ich dabei die Frage, wie viel Bewegung nötig ist, damit eine Figur lebendig wirkt, ohne dass die Animation überladen erscheint.

Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit mit dem Katerzmorga-Team verlief sehr unkompliziert und freundschaftlich.

Zu Beginn schickte ich einen ersten Entwurf des Startbildes. Daraufhin erhielt ich vor allem kleinere farbliche Anpassungswünsche. Anschliessend präsentierte ich eine erste Rohanimation der Figur.

Das Feedback fiel sehr positiv aus. Die meisten Änderungswünsche bestanden nicht aus Korrekturen, sondern aus Ergänzungen. Dadurch konnte die ursprüngliche Idee grösstenteils erhalten bleiben.

Diese Freiheit war für mich sehr angenehm, da ich die Animation dadurch relativ eigenständig entwickeln konnte.

(mbi)

Dieses Projekt hat mir erneut gezeigt, wie aufwendig Frame-by-Frame-Animation sein kann.

Einerseits macht genau diese Technik ihren Reiz aus. Jede Bewegung entsteht bewusst und von Hand. Andererseits bedeutet das auch, dass dieselben Figuren immer wieder neu gezeichnet werden müssen. Gerade bei längeren Bewegungsabläufen wurde die Arbeit teilweise zu einer Fleissaufgabe.

Trotzdem bereue ich die Entscheidung nicht. Im Gegenteil: Gerade weil die Technik so zeitintensiv ist, habe ich während dieses Projekts viel über Bewegung, Timing und Körpersprache gelernt.

Besonders spannend fand ich, dass sich viele Probleme nicht durch Software lösen liessen, sondern durch Beobachtung. Das Filmen der eigenen Bewegungen war rückblickend einer der hilfreichsten Schritte im gesamten Prozess.

Mit dem Endresultat bin ich sehr zufrieden. Für zukünftige Animationen möchte ich jedoch noch stärker daran arbeiten, Figuren aus ihren Ausgangspositionen herauszubewegen und grössere, mutigere Bewegungen zu integrieren.

Denn genau dort beginnt Animation für mich besonders interessant zu werden.