Hinter den Decks – Einstieg in die Event- und Studiofotografie

Dieses Projekt führte mich erstmals in die Bereiche Studio- und Eventfotografie. In Zusammenarbeit mit zwei DJs aus der Berner Kulturszene entstanden Presskit-Fotos sowie Aufnahmen eines Musik-Events. Der Prozess bot mir die Möglichkeit, neue technische Fähigkeiten zu erwerben, kreative Ideen umzusetzen und wertvolle Erfahrungen in einem professionelleren fotografischen Umfeld zu sammeln.

Vorbereitung und Konzept

Fotografie in einem professionelleren Rahmen interessiert mich schon seit langer Zeit. Meine bisherigen Erfahrungen beschränkten sich hauptsächlich auf Ferienbilder sowie Landschafts- und Objektfotografie. Dabei arbeitete ich häufiger mit analogen als mit digitalen Kameras. Mit Menschen als Modell hatte ich bis vor Kurzem kaum Erfahrungen gesammelt und ich hatte mich bisher auch nicht wirklich an diesen Bereich herangewagt. Mit diesem Projekt wollte ich das ändern. Schon länger faszinieren mich die Bereiche Event- und Studiofotografie. Besonders die Musikszene und die Arbeit mit Künstlerinnen und Künstlern weckten mein Interesse. Daher kam es mir sehr gelegen, dass mein Freund und sein Kollege neue Presskit-Fotos benötigten und mich gleichzeitig als Fotografin für einen ihrer Events anfragten. Beide sind als DJs in der Berner Kulturszene aktiv und verfügen bereits über eine gewisse Bekanntheit.

Zu Beginn des Projekts trat ich mit ihnen in Kontakt, um ihre Vorstellungen und Wünsche zu besprechen. Mir war wichtig, ihre musikalische Identität auch auf visueller Ebene sichtbar zu machen. Um erste Ideen zu sammeln, erstellte ich mehrere Moodboards und setzte mich intensiv mit verschiedenen Bildstilen auseinander. Parallel dazu begann ich, mich in die Studiofotografie einzuarbeiten. Da ich zuvor noch nie in einem professionellen Fotostudio gearbeitet hatte, musste ich mir zunächst grundlegendes Wissen über Lichtführung, Kameratechnik und verschiedene Set-ups aneignen. Dabei erwiesen sich YouTube, Reddit und andere Internetquellen als wertvolle Unterstützung.

Um das Fotostudio der HKB überhaupt nutzen zu dürfen, absolvierte ich einen halbtägigen Einführungskurs. Dort lernte ich den Umgang mit dem Equipment sowie die wichtigsten Regeln für das Arbeiten im Studio kennen. Kurz darauf verbrachte ich einen weiteren Tag im Studio, um mich mit dem Raum und der Technik vertraut zu machen. Eine Freundin stellte sich als Modell zur Verfügung, sodass ich erste Erfahrungen mit Licht, Perspektiven und Bildkomposition sammeln konnte. Dieser Probetag gab mir Sicherheit und half mir, meine anfängliche Unsicherheit abzubauen.

Während der gesamten Vorbereitungsphase stand ich in engem Austausch mit den beiden DJs. Ich präsentierte ihnen meine Ideen und holte regelmässig Feedback ein. Ihre Anregungen waren für mich sehr wertvoll und trugen wesentlich zur Weiterentwicklung des Projekts bei.

Studioshooting

Für das eigentliche Shooting planten wir einen ganzen Tag ein. Der Wunsch der beiden war es, möglichst vielseitige Bilder zu erhalten. Deshalb arbeiteten wir mit unterschiedlichen Outfits, Posen und Lichtstimmungen und inszenierten unter anderem auch ein DJ-Set im Studio. Fotografiert habe ich mit einer Sony Alpha 7 IV, wobei ich ausschliesslich im manuellen Modus arbeitete.

Zu Beginn lief allerdings nicht alles nach Plan. Die Verbindung zwischen Blitzgerät und Funkauslöser funktionierte nicht wie vorgesehen, was mich zunächst etwas unter Druck setzte. Durch eigenes Ausprobieren und zusätzliche Recherchen gelang es mir jedoch, das Problem zu lösen. Danach verlief das Shooting reibungslos. Die kreative Atmosphäre und die Offenheit der beiden DJs ermöglichten mir, mit Licht, Perspektiven und Bildkomposition zu experimentieren. Insgesamt verbrachten wir rund zwölf Stunden im Studio, die wie im Flug vergingen.

Anschliessend begann die Postproduktion. Aus mehreren Hundert Aufnahmen musste ich zunächst eine Auswahl treffen und die Bilder anschliessend bearbeiten. Da wir bereits während des Shootings grossen Wert auf Licht, Farben und Bildausschnitt gelegt hatten, sollten die Aufnahmen möglichst natürlich bleiben. Trotz dessen war es sehr zeitintensiv und nicht einfach eine Bildauswahl zu treffen. Zudem arbeitete ich zum ersten Mal mit Adobe Lightroom, wodurch auch dieser Teil des Projekts mit einem zusätzlichen Lernprozess verbunden war. Schliesslich stellte ich den beiden DJs rund hundert finale Bilder zur Verfügung.

Eventfotografie im Club

Im zweiten Teil meines Projekts begleitete ich das DJ-Duo an einem selbst organisierten Event. Obwohl sie an diesem Abend nicht selbst auftraten, bestand mein Auftrag darin, die auftretenden Acts fotografisch festzuhalten. Da die Veranstaltung in einem Club stattfand, wusste ich bereits im Voraus, dass ich unter schwierigen Lichtbedingungen arbeiten würde.

Da ich bis dahin noch keine Erfahrungen mit Low-Light-Fotografie gesammelt hatte, bereitete ich mich gezielt darauf vor. Mithilfe von YouTube-Videos und weiterer Internetrecherche eignete ich mir das notwendige Wissen an. Zusätzlich suchte ich auf Pinterest, Instagram und anderen Plattformen nach Referenzbildern, um Inspiration für mögliche Motive und Perspektiven zu sammeln.

Der Eventtag begann bereits am Vormittag mit dem Aufbau und den Vorbereitungen für den Abend. Im Verlauf des Tages lernte ich die übrigen Veranstaltenden sowie einige der auftretenden DJs kennen. Diese Begegnungen waren nicht nur für die Zusammenarbeit wichtig, sondern ermöglichten mir auch erste Erfahrungen im Bereich Networking.

Wie bereits beim Studioshooting fotografierte ich mit der Sony Alpha 7 IV und ausschliesslich im manuellen Modus. Die wechselnden und dunklen Lichtverhältnisse  im Club stellten sich als grosse Herausforderung heraus. Besonders zu Beginn musste ich viel mit ISO, Blende und Verschlusszeit experimentieren, bis ich passende Einstellungen gefunden hatte. Trotz der anspruchsvollen Bedingungen machte mir die Arbeit grossen Spass. Die Nacht war lang und intensiv, bot mir jedoch die Möglichkeit, enorm viel zu lernen.

Postproduktion und Erkenntnisse

Auch nach dem Event wartete erneut die Postproduktion auf mich. Die Auswahl der gelungensten Bilder nahm mehrere Stunden in Anspruch. Anders als bei den Studioaufnahmen waren dieses Mal deutlich umfangreichere Anpassungen notwendig. Einige Bilder mussten entrauscht oder aufgehellt werden, ohne dabei die authentische Atmosphäre der Nacht zu verlieren.

Da während des gesamten Events zusätzlich gefilmt wurde, beleuchtete ein starkes Keylight die Artists. Dieses Licht war auf vielen Aufnahmen sehr dominant und passte nicht zum restlichen Lichtkonzept des Clubs. Die Herausforderung bestand darin, diese Bereiche möglichst unauffällig an die vorhandenen Farben und Lichtstimmungen anzupassen.

Die fertigen Bilder übergab ich schliesslich den Veranstaltern und dem DJ-Duo. Rückblickend war dieses Projekt für mich eine wertvolle Erfahrung. Es ermöglichte mir, erstmals in den Bereichen Studio- und Eventfotografie zu arbeiten, neue technische Fähigkeiten zu erwerben und meine kreative Arbeitsweise weiterzuentwickeln. Gleichzeitig gewann ich an Selbstvertrauen im Umgang mit Menschen vor der Kamera und konnte wichtige Einblicke in die professionelle Fotografie sammeln.

(mmi)

Rückblickend verlief das Projekt insgesamt sehr erfolgreich, da ich viele neue Erfahrungen sammeln und mich sowohl technisch als auch kreativ weiterentwickeln konnte. Besonders positiv war die enge Zusammenarbeit mit den beiden DJs. Auch die sorgfältige Vorbereitung und die Recherche halfen mir dabei, mich auf neue fotografische Bereiche einzulassen. Herausforderungen ergaben sich vor allem durch meine fehlende Erfahrung in der Studio- und Low-Light-Fotografie. Technische Probleme zu Beginn des Shootings sowie die wechselnden Lichtverhältnisse im Club verlangten viel Flexibilität und spontanes Problemlösen. Zudem erwies sich die Auswahl und Nachbearbeitung der grossen Bildmenge als zeitintensiver als ursprünglich erwartet. Im Nachhinein würde ich für die Postproduktion mehr Zeit einplanen.