Daily Decode – Der Podcast der Alltägliches genauer unter die Lupe nimmt

Kaffee am Morgen, Banane als Snack. Solchen Dingen begegnen wir täglich, ohne je nachzufragen. Der Podcast Daily Decode macht genau das. Er stellt die Fragen, die sich sonst niemand stellt. Was steckt dahinter? Wie funktioniert das? Oder warum haben wir das überhaupt?

Was ist Daily Decode?

Daily Decode ist ein Podcast, der sich mit den kleinen, selbstverständlichen Dingen des Alltags beschäftigt. Die Idee dahinter ist, dass man täglich mit so vielen Dingen Kontakt hat, die man nie hinterfragt. Der Podcast nimmt sich genau dieser Dinge an und schaut genauer hin.

Ich habe mich bewusst für ein Audioformat entschieden. Ich arbeite nebenbei beim Radio und produziere dort regelmässig kurze Beiträge über regionale Themen. Ich wollte wissen, wie es sich anfühlt, etwas Längeres zu machen, und vor allem wie man eine andere Zielgruppe anspricht.

Die klassische Radiohörerschaft ist älter. Mit Daily Decode wollte ich junge, neugierige Menschen erreichen. Das Ganze mit einem Format, das informiert und locker ist, aber nicht belehrend oder oberflächlich scheint.

Ein wichtiges Ziel war dabei das Storytelling. Ich wollte keinen starren Infobeitrag produzieren, der Fakten aneinanderreiht und dann endet. Stattdessen sollte jede Folge einen roten Faden haben. Eine Erzählung, die einen durch das Thema führt und dazu einlädt, dranzubleiben. Wichtig dabei ist Infotainment, sprich Information, die nicht nur informieren, sondern auch unterhalten. Man soll nach einer Folge etwas gelernt haben und gleichzeitig Spass gehabt haben.

Ich habe zwei Folgen produziert. Die Folgen dienen als Testfolgen, an welchen ich experimentieren konnte. Es handelt sich um zwei komplett alltägliche Themen. Keine «Breaking News», keine grossen Weltfragen, sondern die Dinge, die einfach immer da sind.

Folge 1: Koffein

Was macht Koffein eigentlich in unserem Körper und warum sind wir ohne Kaffee am Morgen kaum ansprechbar?

Folge 2: Bananen in der Schweiz

Die zweitbeliebteste Frucht der Schweiz und trotzdem wissen die wenigsten, wie sie zu uns kommt und was hinter ihr steckt.

(mbi)

Auf der einen Seite bin stolz auf das, was entstanden ist. Der Podcast klingt so, wie ich ihn mir vorgestellt habe.

Auf der anderen Seite schaue ich auf einen Prozess zurück, der sich schwieriger herausstelle als gedacht.

Was mich am meisten überrascht hat, war das Skript. Beim Radio denkt man in kurzen Einheiten. Für einen Podcast braucht es eine Geschichte, die über die ganze Folge erzählt wird. Dahinter steckt eine ganz andere Herangehensweise, welche ich zuerst einmal lernen musste.

Was ich konkret mitnehme:

  • Podcasting ist aufwändiger als es von aussen wirkt. Recherche, Skript, Aufnahme und Schnitt, alles braucht mehr Zeit als geplant.
  • Ein längeres Format verlangt mehr Tiefe in der Recherche. Für einen zweiminütigen Radiobeitrag reichen einige wenige Quelle. Für einen Podcast nicht.
  • Ein Thema für eine jüngere Zielgruppe aufzubereiten und dabei die eigene Stimme zu finden ist ebenfalls etwas ganz anderes als ich bisher gewohnt war.
  • Storytelling über ein längeres Format funktioniert komplett anders als das, was ich vom Radio kannte.

Was ich beim nächsten Mal anders machen würde:

Ich würde deutlich weniger Zeit damit verbringen, andere Podcasts zu analysieren. Ich habe zu Beginn viele Formate studiert. Wie werden diese gemacht, wie sind die Strukturiert, welcher Ton wird angeschlagen etc. Das war interessant, hat mich aber auch blockiert. Irgendwann denkt man so viel darüber nach, was andere richtig machen, dass man gar nicht mehr mit eigenen Ideen kommt. Eine gewisse Orientierung braucht es sicherlich, aber das Wichtigste ist einfach einmal zu beginnen. Der eigene Stil zeigt sich sowieso erst, wenn man ins Tun kommt.

Insgesamt bin ich aber zufrieden. Die podcasts sind nicht perfekt, aber genau richtig für ein erstes Experiment. Und wer weiss, vielleicht bleibt es nicht bei zwei Folgen 😉