Arosabahn – Meterspurig durchs Schanfigg

Ein roter Zug der Rhätischen Bahn AG fährt bei Sonnenschein vor Bergen über ein eindrucksvolles Viadukt

Das Projekt «Arosabahn – Meterspurig durchs Schanfigg» ist während meines Austauschsemesters an der Fachhochschule Graubünden entstanden und portraitiert die Bahnstrecke der Rhätischen Bahn zwischen Arosa und Chur. Ziel war es, die Strecke nicht nur dokumentarisch abzubilden, sondern sie emotional ruhig visuellen zu erzählen und als Gesamterlebnis aus Landschaft, Natur und Infrastruktur erlebbar zu machen.

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Das Portrait zeigt die Reise durch das Schanfigg-Tal – eine Strecke, die sich über und durch markante Viadukte und Tunnel durch den stetigen Wechsel zwischen alpiner Bergwelt und kleineren Agglomerationen zieht. Der Film versucht, diese Atmosphäre in szenischen Bildern einzufangen.

Entstanden ist das Projekt im April 2026 im Rahmen mehrerer Drehtage entlang der Strecke. Neben klassischen Kameraaufnahmen kommen auch Drohnenaufnahmen zum Einsatz, da so zusätzliche Perspektiven auf die Topografie und die Linienführung der Bahn zu ermöglichen.

Projektumsetzung

Die Umsetzung dieses Projekts hat deutlich mehr Zeit und Energie in Anspruch genommen, als ursprünglich geplant. Die Dreharbeiten entlang der 25 Kilometer langen Strecke zwischen Arosa und Chur im April 2026 gestalteten sich anspruchsvoll, insbesondere durch schwer zugängliche Abschnitte entlang der Strecke. Insgesamt habe ich viereinhalb Drehtage im Gelände verbracht.

Die Ausrüstung bestand aus einer Sony A7 IV, einem Einbeinstativ und einer DJI Mini 4K, die ich im Rucksack transportiert habe, während ich die Strecke entlang der Bahnlinie gewandert bin. In der Nachbearbeitung musste ich feststellen, dass die Umsetzung statischer Aufnahmen mit dem Einbeinstativ ihre Tücken hat, da es nicht die Stabilität eines klassischen Stativs bietet. Diese Einschränkung hat die Bildgestaltung in gewissen Situationen beeinflusst, konnte aber im Rahmen der Möglichkeiten und durch Stabilisierung in der Postproduktion gut kompensiert werden.

Eine weitere Herausforderung war die Taktung der Züge von etwa einer Stunde. Dadurch entstanden sowohl entspannte, längere Wartezeiten als auch sehr eilige Situationen, in denen ich den Zug gerade noch filmen konnte. In manchen Momenten musste ich sehr effizient arbeiten, in anderen konnte ich mir bewusst Zeit für eine schöne Perspektive und Bildgestaltung nehmen.

Im Schnitt war insbesondere die Entwicklung einer klaren narrativen Perspektive herausfordernd. Die zentrale Frage war, ob ich konsequent am und im Zug bleibe oder zwischen Zug- und Streckenperspektive wechsle. Durch die schlussendlich gewählte blockweise wechselnde Erzählstruktur zwischen Natur und Strecke sowie Innenraum und Blick nach draussen konnte dieses Problem schliesslich gut gelöst werden. Zwar wirken die einzelnen Übergänge stellenweise leicht fragmentiert, im Gesamtverlauf des Films fällt dies jedoch kaum ins Gewicht. Für diese Fragestellung hätte ich mir bereits vor Drehbeginn ein Konzept überlegen sollen.

Eine zusätzliche Herausforderung stellte das eingesetzte Rollmaterial dar. Die Rhätische Bahn AG setzt auf der Strecke unterschiedliche Fahrzeugtypen ein, wodurch in den Aufnahmen sowohl moderne Allegra-Triebzüge als auch älteres Rollmaterial zu sehen sind. Auch einzelne Güterwagen an Personenzügen waren Teil der Realität vor Ort. Diese Varianz war im Drehprozess nicht planbar, im Schnitt konnte ich aber relativ gut damit arbeiten.

Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis zufrieden und sehe das Projekt als wertvolle praktische Erfahrung in Bezug auf Planung, Flexibilität und visuelles Erzählen im dokumentarischen Kontext. Auch wenn ich zeitweise wirklich keine Züge mehr sehen wollte.

Besonders dankbar bin ich für die Unterstützung der Unternehmenskommunikation der Rhätischen Bahn AG sowie den interessierten und freundlichen Mitarbeitenden im Zug, die dieses Projekt massgeblich ermöglicht und unterstützt haben.

Mark Hamann 06.2026. Hochschule für angewandte Wisschenschaften Hamburg/Fachhochschule Graubünden. Die Leistung wurde mit Unterstützung eines Stipendiums des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) ermöglicht.

(mmi)