Altes Eisen? Nein, Edelmetall! – Employer Branding für Certum

Für das Zürcher Elektrosicherheitsberatungsunternehmen Certum durfte ich eine Employer-Branding-Kampagne mitgestalten, die eine oft übersehene Zielgruppe ins Zentrum rückt: Fachkräfte über 50. Entstanden sind Meta Ads sowie zwei Testimonialvideos – und am Ende landete die Kampagne sogar in den Medien.

Ein Projekt, das von Anfang an mehr war als nur Videoproduktion

Certum sucht gezielt Bewerberinnen und Bewerber über 50 – mit einer Botschaft, die provoziert: «Altes Eisen? Nein, Edelmetall!» Um diese Botschaft in die Welt zu tragen, war eine Kampagne nötig, die emotioniert, überzeugt und die richtige Zielgruppe auf den richtigen Kanälen erreicht. Ich war verantwortlich für die Videoproduktion: sechs Social Ads sowie zwei Testimonialvideos, die heute das Herzstück der Kampagne unter certum.ch/50plus bilden.

Die Social Ads: 15 Sekunden, die zählen

Für die Social-Media-Kampagne entstanden sechs Clips à 15 Sekunden – jeweils in Hoch- und Querformat, um auf allen relevanten Plattformen optimal ausgespielt werden zu können. Als Basis dienten eingekaufte Stockaufnahmen, die ich sorgfältig ausgewählt, zusammengeschnitten und auf die Kampagnenbotschaft zugeschnitten habe. Die Texte stammten von einem spezialisierten Texter, die Ausspielung der Ads erfolgte in Zusammenarbeit mit einer Mediaagentur. Das Arbeiten in dieser Konstellation – eigener Kunde, externe Agentur, freier Texter – war eine wertvolle Erfahrung im Umgang mit verschiedenen Parteien, die alle auf dasselbe Ziel hinarbeiten.
Hier ein paar Clips in Linked-in Beiträgen:
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Die Testimonialvideos: Von der Planung bis zum Schnitt

Die zwei Testimonialvideos mit echten Certum-Mitarbeitenden, die nach dem 50. Lebensjahr gewechselt haben, waren das aufwendigste Element der Produktion. Vorausgegangen sind intensive Vorbereitungsphasen mit regelmässigen Jourfix-Meetings, einer detaillierten Drehplanung sowie enger Abstimmung mit dem Kunden. Der Drehtag selbst war lang und fordernd: Von Chur nach Dietikon, mit dem gesamten Kameraequipment, durch den Stossverkehr. Vor Ort wurden zwei Interviews sowie zahlreiche Begleitaufnahmen realisiert. Im Anschluss übernahm ich den gesamten Postproduktionsprozess: Schnitt, Colorgrading und Ton-Postproduktion – bis zur finalen Abnahme durch den Kunden.

Ein Projekt, das Wellen schlug

Die Kampagne wurde nicht nur auf Social Media gut aufgenommen – sie schaffte es auch in die Berichterstattung von 20 Minuten: Zum Artikel.

(mbi)

Ein Projekt in voller Komplexität – was ich gelernt habe

Dieses Projekt war in mehrfacher Hinsicht aussergewöhnlich: in seiner Grösse, in seiner Vielschichtigkeit und in der Tatsache, dass es von Anfang an rollend stattfand – also ohne fixen Gesamtplan, dafür mit laufend neuen Anforderungen und Deadlines.

Was gut funktioniert hat

Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Parteien – Kunde, Texter, Mediaagentur – hat mich gezwungen, professioneller und strukturierter zu kommunizieren als in Einzelprojekten. Ich habe gelernt, wie wichtig klare Absprachen über Verantwortlichkeiten sind und wie viel reibungsloser ein Projekt läuft, wenn alle Beteiligten denselben Informationsstand haben. Die Testimonialvideos sind das Ergebnis, auf das ich am stolzesten bin: Sie wirken authentisch, sind handwerklich sauber und erfüllen ihren Zweck auf der Landingpage. Das Colorgrading und die Tonbearbeitung haben dabei deutlich zur Qualität beigetragen – zwei Bereiche, in denen ich mich gezielt weiterentwickelt habe.

Was ich anders machen würde

Das grösste technische Learning des Projekts: Kein neues Kameraequipment am Drehtag einsetzen. Ich hatte externe Monitore dabei, die ich bisher nicht in dieser Kombination genutzt hatte. Das Resultat: Die Laufzeit der Kameraakkus wurde drastisch verkürzt, und durch die zusätzliche thermische Last kam es zu Überhitzungsproblemen der Kamera. Mitten im Drehtag, fernab vom Heimstudio, ist das eine Situation, die unnötig Stress erzeugt und wertvolle Zeit kostet. Die Regel lautet fortan: Neues Equipment wird daheim ausgiebig getestet, bevor es produktiv eingesetzt wird.

Ein weiteres Learning betrifft die Planung von Abgabefristen. Da das Projekt «rollend» ablief – also Anforderungen und Timings oft kurzfristig kommuniziert wurden –, war es schwierig, Aufgaben zu priorisieren und Pufferzeiten einzuplanen. Im Rückblick hätte ich frühzeitiger und konsequenter auf verbindliche Meilensteine bestanden, auch wenn dies in einem flexiblen Projektumfeld manchmal unbequem ist. Klare Deadlines schützen nicht nur den eigenen Workflow, sondern auch die Qualität des Endergebnisses.

Aufwand und Ertrag

Es ist schwer, den Gesamtaufwand dieses Projekts in einer Zahl zu fassen: Vorproduktion mit mehreren Jourfix-Terminen, Recherche und Einkauf von Stockmaterial, Drehplanung, ein ganzer Drehtag mit Anreise und schwerem Gepäck, sechs Social-Ad-Schnitte in zwei Formaten, zwei vollständige Testimonialfilm-Postproduktionen inklusive Grading und Ton – und schliesslich der gesamte Feedbackprozess bis zur Abnahme. Hinzu kommt die Koordinationsarbeit mit Agentur, Texter und Kunde, die in solchen Projekten leicht unterschätzt wird, aber enorm viel Zeit beansprucht.

Umso mehr freut es mich, dass die Kampagne tatsächlich funktioniert hat – im Sinne der Kommunikationsziele von Certum, aber auch als journalistisches Thema, das 20 Minuten aufgegriffen hat. Das ist der schönste mögliche Beweis, dass gute Employer-Branding-Arbeit und handwerklich saubere Videoproduktion tatsächlich etwas bewegen können.