Color Grading in Davinci Resolve

Die Color-Page in DaVinci Resolve war mir schon länger ein Dorn im Auge. Darum habe ich in diesem Projekt den Schritt gewagt und einen vertieften Einstieg in die Materie des Colorgradings versucht.

Als erstes habe ich älteres Footage von mir neu gegradet, um einen klaren Vorher/Nachher-Vergleich zu erhalten. Zusätzlich habe ich ein kleines Videoprojekt realisiert, bei dem ich stimmungsvolle Aufnahmen im Morgenlicht von Zürich gemacht habe.

Beim Grading des alten Materials habe ich unter anderem gelernt, wie man die verschiedenen Scopes interpretiert und wie sich Skintones gezielt anpassen lassen. Obwohl ich mir vorgenommen hatte, einen echten Deepdive ins Colorgrading zu machen und sehr viel Zeit investiert habe, wurde mir bewusst, dass ich bisher erst an der Oberfläche dieser Disziplin gekratzt habe. Es gibt unzählige Funktionen und unterschiedliche Wege, um ein gewünschtes Ergebnis zu erreichen. Eine zusätzliche Herausforderung: Zwar existieren gewisse Basics, die man immer beachten sollte, aber es gibt keine allgemeingültig „richtige“ Methode – vielmehr geht es darum, den eigenen Workflow und Stil zu entwickeln.

Golden Hour

Für das kurze Video wollte ich die Golden Hour in der Stadt Zürich einfangen. Dafür filmte ich jeweils zwischen 5:45 und 6:30 Uhr, um das beste Morgenlicht zu nutzen. In meinem Video gibt es einen bewussten harten Schnitt: Der ruhige Morgen geht über in den Beginn des geschäftigen Berufsalltags. Diese Zäsur zeigt sich auch im Licht. Die späteren Aufnahmen zwischen 8:00 und 9:30 Uhr wirken deutlich kräftiger, die Sonne steht höher und die Schatten fallen härter.

Der Schnitt des Videos ist insgesamt sehr minimal gehalten, da mein Fokus klar auf dem Color Grading lag.

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(mbi)

Während des Projekts bin ich auf verschiedene technische Hürden gestossen, die ich noch nicht vollständig lösen konnte. Ein konkretes Beispiel ist eine Einstellung mit Ditaji Kambundji: In diesem Bild ist sie selbst eher schwach ausgeleuchtet, während der Hintergrund durch eine Neonröhre sehr stark betont wird. Wie oben in den Bildern zu sehen, habe ich versucht, dieses Problem mit einem Power Window zu korrigieren. Die saubere Umsetzung des Trackings erwies sich jedoch als schwierig, und das Resultat wirkte letztlich nicht überzeugend.

Bei meinen früheren Gradings habe ich häufig mit vorgefertigten LUTs gearbeitet. Den Look dieser LUTs mag ich zwar grundsätzlich sehr, allerdings verändern sie das Bild oft sehr stark. Dadurch fällt es mir schwer, einzelne Aspekte, wie zum Beispiel den Kontrast, gezielt nachträglich anzupassen.

Beim Golden-Hour-Video habe ich versucht, die Morgenstimmung durch das Grading möglichst gut zu unterstützen. Da sich das Licht innerhalb von nur einer Stunde stark verändert, habe ich die Übergänge vor allem über Anpassungen der Farbtemperatur etwas abgefedert. Anschliessend habe ich die Clips so angeordnet, dass der Verlauf des Morgenlichts erkennbar wird. Es war mein erster Versuch, einen konkreten Look umzusetzen, den ich mir im Voraus vorgestellt hatte.

In diesem Projekt habe ich gelernt, wie ich ein stimmiges Bild gestalten kann und mein Auge dafür geschult, wann etwas harmonisch wirkt und wann nicht. Einen ganz bestimmten Look gezielt zu erreichen, empfinde ich nach wie vor als anspruchsvoll, sehe darin aber auch ein grosses Übungsfeld für zukünftige Projekte.