Tights Together
Tights Together ist eine fiktive Strumpfhosenmarke, die Frauen ermutigt, mehr Farbe zu tragen. Drei Plakate, eine Nacht, fünf Frauen.
Als Kind trug ich viele Strumpfhosen. Mit Punkten, mit Blumen, gestreift, in allen Farben. Heute reagiere ich eher zurückhaltend auf diesen engen Stoff, ich fühle mich darin selten wirklich wohl. Liegt das an mir, oder hat sich die Bedeutung einer Strumpfhose verändert?
In Modemagazinen sehe ich immer wieder Editorials, die mutig und farbig sind. Dann erinnere ich mich aber daran, dass sich im Alltag kaum jemand wirklich so anzieht. Gerade in den kälteren Monaten könnte Mode meiner Meinung nach mehr Farbe vertragen. Warum kleiden sich so viele Menschen so dunkel, und warum würde ich selbst nie eine bunte Strumpfhose tragen?
Den Ausschlag für dieses Fotoshooting gab ein Abend, an dem eine Freundin eine rote Strumpfhose trug. Dieses einfache Bild, ein Stück Farbe in einer dunklen Umgebung, blieb mir im Kopf. Daraus entstand die Idee zu Tights Together.



Tights Together ist eine fiktive Strumpfhosenmarke, die genau bei diesem Kontrast ansetzt. Die Kampagne zeigt Frauen, die Farbe tragen, dort, wo man es am wenigsten erwartet: draussen, nachts, im Winter. Keine Studiokulisse, keine perfekte Ausleuchtung, keine konstruierten Posen. Stattdessen echte Frauen in Outfits, die sie selbst gewählt haben.
Die Strumpfhose steht dabei nicht nur für ein Kleidungsstück, sondern für eine Haltung. Farbe zu tragen, wenn alle anderen Schwarz tragen, ist ein kleines Statement. Tights Together macht dieses Statement sichtbar und lädt dazu ein, sich nicht an ungeschriebene Regeln zu halten.
Ich danke meinen lieben Freundinnen, die als Models zur Verfügung standen.
(mbi)
Der Ausgangspunkt war die Frage, welche Marke ich selbst ansprechen würde. Eine Kampagne, die ich selbst nicht kaufen würde, wollte ich nicht machen. Das hat die kreativen Entscheidungen von Anfang an geleitet.
Die Vorbereitung war aufwendiger als erwartet. Das Sourcing der Kleidung war limitiert, das Styling brauchte mehr Zeit als geplant und die Kälte beim Shoot hat den Ablauf zusätzlich unter Druck gesetzt. Was ich unterschätzt hatte: wie viel Energie das gleichzeitige Fotografieren und Dirigieren kostet. Eine klarere Bildsprache vor dem Shoot hätte mir am Set schnellere Entscheidungen ermöglicht.
Technisch war der Umgang mit der Kamera bei Nacht ein Lernprozess. Nicht alle Aufnahmen waren verwendbar.
Mit dem Ergebnis bin ich weitgehend zufrieden. Die Bilder transportieren die Energie, die ich mir vorgestellt hatte: mutig, weiblich, ungekünstelt. Was fehlt, ist eine konsequentere visuelle Einheitlichkeit über alle drei Plakate hinweg. Die Bildsprache funktioniert, könnte aber noch stärker auf ein gemeinsames Gestaltungsprinzip ausgerichtet sein.
Besonders schwer fiel mir die Gestaltung des Schriftzugs für die Slogans. Ich wollte eine Schrift mit Bewegung, flexibel in der Grösse, als Anspielung auf die Elastizität einer Strumpfhose. Ich habe sehr viele Ansätze ausprobiert, verschiedene Schriftarten, verschiedene Platzierungen, verschiedene Kurvenverläufe. Trotzdem bin ich mit dem Ergebnis nicht wirklich zufrieden. Die Schriftzüge wirken für mich noch nicht stimmig, weder in der Bewegung noch in der Lesbarkeit.
Was ich beim nächsten Mal anders machen würde: mehr Zeit für den technischen Vorlauf einplanen, die Bildsprache vor dem Shoot klar definieren und für den Schriftzug frühzeitiger verschiedene Konzepte testen, statt erst in der Postproduktion damit zu beginnen. Die Erfahrung, eine Kampagne von der Idee bis zur finalen Gestaltung eigenständig durchzuziehen, war dennoch wertvoll.