OpenStage Bern

Alles beginnt mit einer Idee: Eine kurze Melodie im Kopf, eine Bewegung vor Augen, Worte, die das zum Ausdruck bringen, was man fühlt. Dann die Lust, diese Idee umzusetzen: ein Lied zu komponieren, zu dichten, einen Tanz einzustudieren. Und dann der Mut, das Projekt an die Welt weiterzugeben, aufzuführen, vorzulesen. Doch auf welcher Bühne?

Künstler_Innen jeden Alters und jeder Sparte eine Bühne zu bieten, auf welcher sie im geschützten Rahmen Erfahrungen sammeln, Ideen testen und Inspirationen gewinnen können: das will die Gruppe hinter der OpenStage Bern. Laut Lena Glanzmann, Mitgründerin und OK-Mitglied der OpenStage, braucht es solche Events, um Künstler_Innen untereinander zu vernetzen. Ihnen soll ein Ort geboten werden, an dem sie sich gegenseitig austauschen und anspornen können, um in ihrem Schaffen weiterzukommen. Somit gründete sie 2017 mit Freundinnen die OpenStage Bern – ein mehrmals jährlich stattfindendes eintägiges Event. Anmelden kann sich jede/r: ob Jongleur, Theaterschauspielerin oder Singer-/Songwriter; die Bühne steht allen offen.

Das noch junge Event ging im Dezember in die zweite, gut besuchte Runde. Auf der kleinen Bühne in der Berner Altstadt standen junge Menschen aus der ganzen Schweiz. Impressionen findest du in unserem Best-Of-Video:

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Zum zweiten Video geht es hier.

(fms)

Kritik
von Manuela Furger, Viktoria Kuttenberger und Florentina Spahr

- Idee -

Zur Idee, dieses Projekt umzusetzen, sind wir durch Manuelas Freundin Lena gekommen. Sie organisierte im Dezember 2017 das zweite Mal einen OpenStage-Event in Bern. Lena hatte uns angefragt, ob wir den Event multimedial begleiten würden. In der Form der Produkte waren wir soweit frei. In Absprache mit dem OK hatten wir uns dafür entschieden, den Event fotografisch und filmisch festzuhalten. Filmisch entschieden wir uns für ein kurzes Impressionsvideo und ein längeres Werbevideo. Ziel dabei war es, zukünftige Events mit den Videos zu bewerben und mit Hilfe der Fotos auf Facebook zu informieren, wie der diesjährige Event gelaufen ist. Das Werbevideo kann unter Umständen auch als Zusammenfassung des Projekts dienen, womit die OpenStage zukünftige Sponsoren anwerben kann.

 

- Umsetzung -

Vorbereitungen

Nachdem wir uns für die Darstellungsform der Beiträge entschieden hatten, setzten wir uns zusammen und überlegten uns Konzepte für die einzelnen Produkte. Vor allem das Werbevideo hat einiges an Vorbereitung gebraucht. Wir haben uns überlegt, welche Künstler wir interviewen wollten und dementsprechend einen Fragekatalog entwickelt. Klar war von Anfang an, dass wir auch Lena interviewen würden, um eine Stimme des OKs zu haben, die die Idee hinter dem Projekt zum Ausdruck bringt.
Während den Vorbereitungen haben wir immer wieder Rücksprache mit Lena gehalten.

Wir haben uns für dieses Projekt vorgenommen, neue technische Aspekte auszuprobieren, um so ein möglichst hochwertiges Ergebnis erzielen zu können. Deshalb haben wir uns entschieden, mit der Sony FS5 und der Canon C100 zu filmen. Einen solchen Event auditiv auf einem professionellen Standard umzusetzen, ist mit wenig Material fast nicht möglich. Im Audiounterricht haben wir gelernt, dass es bei solchen Events ideal ist, wenn man den Ton direkt vom Mischpult mit Hilfe eines Interfaces abnehmen kann. Wir drei haben das noch nie gemacht, wollten es deshalb auf jeden Fall versuchen. Also haben wir Kontakt mit dem Tontechniker aufgenommen, um mit ihm die technischen Details abzusprechen.

 

Material

  • Canon C100
  • Sony FS5
  • Behringer UMC-204
  • Mikrofon: Rode NTG-2
  • XLR-Kabel
  • ZOOM H6 Recorder
  • Olympus OM-D E-M1

Dreh

Gedreht haben wir am 16. Dezember 2017 im Kunst- und Kulturhaus visavis in Bern. Der Event hat um 14 Uhr angefangen und bis 23 Uhr gedauert. Wir trafen uns schon einige Stunden vorher mit dem OK für ein ausführliches Briefing.

Leider war die Eventlocation ziemlich klein und wir hatten nur einen sehr kleinen Schnittplatz im Backstage, um unser Equipment auszubreiten. Der Raum war, da gleich neben der Bühne, auch nicht für die Interviews geeignet. Gleichzeitig mussten wir uns um die Audioübertragung kümmern. Manuela sprach sich mit dem Tontechniker ab und richtete das Interface ein, Florentina und Viktoria suchten eine Interviewlocation. Da das Kunst- und Kulturhaus visavis in mitten der Berner Altstadt liegt, war es ziemlich schwer, einen geeigneten und vor allem ruhigen Ort zu finden, der zugleich genügend ausgeleuchtet war. Diesen Punkt hätten wir durch ein Locationscouting vermeiden können. Nach ein paar Mikrofontests haben wir uns dann für einen Ort mit Blick auf die Gasse entschieden. Dann ging es darum, die ausgewählten Künstler_Innen aufzusuchen und anzufragen, ob sie sich für ein kurzes Interview bereitstellen möchten. Glücklicherweise sagten alle zu. Während Manuela in der Location schon einige Filmaufnahmen gemacht hatte, haben Florentina und Viktoria parallel die Interviews durchgeführt.

Als die Interviews im Kasten waren, haben auch Viktoria und Florentina Künstler_Innen abgefilmt und Impressionsaufnahmen gemacht, dies zusätzlich fotografisch mit der Olympus EM-1, einer kleinen, aber lichtstarken Systemkamera.

Postproduktion

Wir konnten nicht alles über unser Interface auf den Laptop aufzeichnen, da wir uns den Ausgang am Mixer mit dem lokalen Radio teilen mussten. Das Radio liess uns aber netterweise einen Mitschnitt der von ihnen gesendeten Stunden zukommen, damit wir dieses Material verwenden konnten. Die Qualität der Audioaufnahmen war schlechter als erwartet. Dies, da über diesen Ausgang die Instrumenten-, Gesangs-, aber zeitgleich auch die Ambi-Mikrofone abgemischt gesendet wurden. Weiter wurde ein Grossteil der Performances gar nicht auf der Bühne, sondern im Raum verteilt aufgeführt, sprich, waren leise, mit Hintergrundrauschen oder zu viel Ambi versehen. Wir waren somit teilweise gezwungen, auf den Kameraton zurückzugreifen. Weiter sind bei den draussen geführten Interviews viele Störgeräusche durch Passanten und Verkehr hörbar. Diese wurden, soweit möglich, mit Noise-Reduction korrigiert, ebenso wurden Störgeräusche aus den Innenaufnahmen geschnitten. Für die Interviews arbeiteten wir zum ersten Mal mit einem Single-Recording-System, fixierten also das NTG-2 auf der C100. Dabei waren die Einstellungen eine Herausforderung, aufgrund eines Fehlers wurde der linke Kanal lauter aufgenommen als der rechte. Auch dies musste in der Postproduction ausgeglichen werden.  Das Audio unserer Endprodukte überzeugt demnach nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Eine ausführlichere Vorbereitung auf die einzelnen Performances sowie eine Tonaufzeichnung durch eigene Mikrofone, die gezielt platziert werden, sind das Ziel für zukünftige Projekte.
Die Filmaufnahmen sind uns mehrheitlich nach unseren Vorstellungen gelungen. In der Postproduction wurden Farbanpassungen vorgenommen, vorallem jedoch wurden Bilder aufgehellt. Dank der beiden sehr lichtstarken Kameras war der Grossteil des Materials brauchbar. Es war genug Material vorhanden, um zwei unterschiedliche und ästhetische Videos zu produzieren, welche inhaltlich und durch die Bildsprache unseren Vorstellungen entsprechen.

Fazit

Für die Zukunft nehmen wir mit, dass eine direkte Abnahme über einen Mixer keine Garantie für gutes Tonmaterial ist. Eine bessere Vorbereitung für die Audioaufnahmen ist wichtig. Mit den beiden Kameras sind wir sehr zufrieden, nach einigen Stunden guter Vorbereitung inklusive Üben waren die wichtigsten Knöpfe bekannt und wir waren bereit für den Feldeinsatz.
Es war gut, an einem Event zu dritt zu arbeiten, da eine optimale Arbeitsaufteilung verhinderte, dass beispielsweise ein wichtiger Auftritt verpasst wurde. Weiter konnten wir je nach Künstler mit zwei Kameras filmen und somit mehr Material produzieren. Jemand konnte zusätzliche Fotos aufnehmen. Mit dem Bildmaterial waren wir somit zufrieden.

Wir hoffen, dass unsere multimediale Abdeckung des sehr gelungenen Events dem OK OpenStage Bern für weitere Zwecke dient und Aussenstehende neugierig macht.

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