Auf kleinem Raum entsteht Grosses – eine der letzten Telefonkabinen wird zur kleinsten Bühne von Bern umfunktioniert. Ab August 2018 gibts jeden zweiten Donnerstagabend Kleinkunst vor dem «PROGR» in Bern. Egal ob Musik, Lesung oder Poetry-Slam, erlaubt ist alles, was das Publikum unterhält.

Die Swisscom gab den Startschuss für unsere Projektidee der KleinkunstKabühne. Dies durch ihren lancierten Wettbewerb «bye bye publifon», bei welchem man eine der letzten zehn Telefonkabinen gewinnen konnte.  Wir beworben uns mit der Idee, eine Telefonkabine in die kleinste Bühne Berns zu verwandeln. Neben 500 Votes bekamen wir für unsere Idee den Jurypreis und sind seither stolze BesitzerInnen einer Telefonkabine.

Die kleine Bühne grenzt zwar den Platz ein, fördert aber die Qualität und die Ideenvielfalt in der Kunstszene. Mit der KleinkunstKabühne wird dem Publikum eine neue Art der Kunstperformance geboten und es entsteht ein Brennpunkt im öffentlichen Raum. Das Zuhause der Kabühne ist das Areal der Stiftung «PROGR» – Atelierhaus und Begegnungsort im Zentrum der Stadt Bern.

Durch das reichhaltige Programm in der Kabühne soll die Stadt Bern weiter belebt werden. Ausserdem wollen wir die Künstlerinnen und Künstler mit unserer Challenge herausfordern und ihnen, wie auch dem Publikum, eine neue Art der Performance bieten. Dabei geht es auch darum, sich bei gemütlichem Beisammensein über das Gesehene auszutauschen.

Beim Projekt setzen wir unseren Fokus auf die Kleinkunstszene Berns, die wir fördern wollen. Das heisst, wir wollen Kunst im intimen und kleinen Rahmen, sowie ein breites Spektrum an Stilrichtungen anbieten.

Das Ganze wollen wir multimedial begleiten. Sei dies mit der Präsenz auf Social Media, auf einer Website oder auch mit dem Gestalten von Videos, Radiobeiträgen und Live-Streamings der Veranstaltungen.

Die Telefonkabine steht ab August im Hof der Stiftung «PROGR» in Bern. Es werden mindestens zwei Auftritte pro Monat stattfinden, jeweils am Donnerstagabend von 20:00 – 22:00 Uhr. Das Projekt läuft sicher bis Ende Herbst / Anfang Winter. Ob es danach weitergeführt wird, steht noch offen.

Hier gehts zu unserer Website: kleinkunstkabuehne.ch

(nsc)

Kritik
von Milena Steiner, Nico Stähli, Luana Spinnler, Alina Haag, Elif Soysal und Juliette Niedermaier

Idee
Die Swisscom sagt „bye bye publifon“ und überlässt sie kreativen Köpfen. Da haben wir unsere gleich eingeschaltet und sagen „hey hey publifon“. Wir haben uns beim Wettbewerb der Swisscom beworben und unsere Idee eingereicht: Die Idee der KleinkunstKabühne – die kleinste Bühne Berns. 500 Stimmen konnten während dem Voting gesammelt werden, was für den Gewinn aber noch nicht ausreichte.
Dank dem Jury Preis sind wir schlussendlich doch nicht mit leeren Händen nach Hause gegangen: Nein, mit glatt 500 Kg mehr – ein erstes Jubeln.

Da stand sie also, unsere Kabühne. Leer, abgestanden und voller alten Geschichten aus der Zeit, als sie noch in Takt war. Kein Problem für uns - unsere Arbeit begann und wir konnten sie wortwörtlich wieder in Takt bringen. In einen musikalischen Takt.

Wir werden mit unserer Idee eine Telefonkabine in eine Bühne verwandeln und sie als Plattform für jegliche Unterhaltung zur Verfügung stellen. Ob Musik, Comedy oder Poetry Slam, alles ist erlaubt. Dies werden wir natürlich alles multimedial gestalten und festhalten.

 

Umsetzung
Die Organisation zum Swisscom Voting hatte sich gelohnt – nun begannen die Verhandlungen mit der Swisscom. Mit dem Gewinn war also nichts vorbei, es begann erst alles. Design, Logo und Styleguide mussten her, sowie die Erstellung von Graphics für Social Media. Es folgte der Druck von Stickern mit unserem Logo. Zudem haben wir eine Webseite programmiert, die ab Beginn der Veranstaltungen die Besucher auf dem Laufendenden halten soll. Auch das Konzept musste her und ausgearbeitet werden, damit so schnell wie möglich die Sponsoren angefragt werden konnten.

Der Auftritt stand, doch wo sollte die Kabine hin? Schnell kamen wir auf den PROGR-Hof. Ein junger, alternativer und engagierter Ort, an dem unsere Kabühne sicher Fuss fassen könnte. Es wurde angefragt, telefoniert, besprochen und ausgetauscht. Der PROGR war mit dabei! Der Standort war gesichert – ein zweites Jubeln. Auf Anfrage des PROGRs mussten wir für unserer Kabühne einen mobilen „Untersetzer“ verpassen, da auf dem PROGR-Hof immer viel los ist und die Kabühne verschiebbar sein muss. Dies erwies sich als Kosten- und Nervenbrocken. Ein Crowd-Funding eingeläutet werden.
Mit der Hilfe eines Raumplaners aus der Gemeinde Köniz, konnte ein sauberes Untergestell entworfen werden. Das eine oder andere musste nach Abklärung mit dem PROGR zwar noch geändert werden, doch das Grundkonzept stand. Auch das Crowd-Funding war auf gutem Wege und liess, dank Interesse der Zielgruppe und treuen Freunden und Familie, die Kasse klirren.

 

Alles musste schnell gehen, da es am 2. August 2018 bereits losgehen soll. Ab da wird die Kabühne jeden zweiten Donnerstag auf dem PROGR-Hof für Unterhaltung sorgen.

Später haben wir das SHNIT-Festival für eine Zusammenarbeit angefragt. Mit viel Freude und Interesse bekamen wir eine positive Antwort und hatten schnell ein Treffen organisiert, bei dem wir unsere Vorstellungen austauschen und unseren Auftritt am SHNIT-Festival planen konnten.

Nun heisst es: Künstler suchen! Denn wer schaut gerne einer leeren Telefonkabühne zu?

 

Herausforderung
Über die Akustik der Kabühne, die Koordinierung im Team und die so schnell involvierte Anzahl an externen Personen stolperten wir am meisten.

Wie gross wollten wir die Veranstaltungen aufgleisen? Schnell mussten wir dem Veranstaltungsmanagement von Bern ein Gesuch stellen. Wie laut durften wir überhaupt sein und wie wollten wir unsere künstlerischen Gäste verstärken? Hier sind wir nach wie vor in Abklärung und müssen uns absichern und informieren.

Sechs Köpfe und ein Projekt. Kommt das gut? Die Aufgabenverteilung lief von Anfang an gut. Doch schnell häuften sich die Pendenzen sowie die Anzahl an externen, involvierten Personen.Man verlor so auch das eine oder andere aus den Augen. Asana, eine Webseite für Unternehmens-Koordinierung, verhalf uns, unsere  wirren Fäden wieder sauber in den Griff zu kriegen. Sechs Köpfe, ein Projekt und Asana – jetzt sind wir auf dem richtigen Weg!

 

Fazit
Ein so grosses Projekt mit so vielen Mitwirkenden muss organisiert und strukturiert sein. Keine Arbeit soll doppelt erledigt und keine vergessen werden. Dies erwies sich zu Beginn als chaotisch, wurde nach und nach aber immer wie organisierter. Ein solches Event-Projekt von Null aufzugleisen ist spannend und macht Spass. Die Entwicklung wird schnell sicht- und greifbar – was zu noch mehr Motivation führt.


Wir sind ein sehr engagiertes Team, welches eher selten scheut auch in der Freizeit viel Zeit zu investieren. Die KleinkunstKabühne ist mehr als nur ein Digezz Projekt. Wir sind gespannt und schauen mit einem Lächeln in die Zukunft und freuen uns auf den Start am 2. August 2018. Wir werden alles multimedial begleiten und festhalten - um das Weiterleben der Kabine auch nach der letzten Veranstaltung zu garantieren.

 

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