How to Politik 2

Gruppendiskussion vor dem Rathaus

Der zweite Teil der «How to Politik» Serie dreht sich ganz um die Vermarktung von politischer Werbung. Wie erreicht das JGB ihr Zielpublikum: junge Menschen zwischen 18 – 35-Jährige?

Für die Wahlkampagne setzt das JGB den Fokus auf Social Media. Nach den Erklärvideos kommen nun die Gifs, Videos und Plakate zum Einsatz.

Warum Gifs?
Gifs sind kurz, meistens lustig und schnell weitergeschickt. Sie beinhalten nur kurze Infos wie zum Beispiel: «Geh wählen». Sie dienen als kleine Reminder und sind schnell in eine Story oder einen Post integriert. Zudem helfen sie dabei, die Kampagnen-Elemente zu präsentieren und auf eine spielerische Art ans Zielpublikum zu bringen. Um die Gifs direkt auf Instagram verwenden zu können, braucht es einen Creator Account. Damit dieser verifiziert wird, müssen diverse Kriterien erfüllt werden.

Hier zum Einsehen.

Warum Videos?
Kurze Videos kommen gut auf Social Media an. Je knackiger und informativer das Video, desto höher ist die Chance, dass das junge Zielpublikum sich die Videos ganz anschaut. In den Videos sehen sie die junge Partei – junge Menschen, die sich für Klima, Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung stark machen.

Themen, die auch nicht-politisch-Interessierte heutzutage ansprechen. Die Videos haben die Person im Fokus. Die Kandidatinnen und Kandidaten erzählen, was sie in der Politik stört, was sie unterstützen und was sie im Grossrat ändern möchten.

Anouk Feurer in den Grossen Rat

Marvin Aelen in den Grossen Rat

Weitere Kandidat*Innen findet ihr auf dem Youtube-Kanal des jungen grünen Bündnis.

Warum Plakate?
Die klassische Werbung wird nicht ganz vergessen. Auch sie ist wichtig. Draussen am Balkon, auf Werbetafeln oder als Guerilla-Aktion. Plakate holen sich immer noch Aufmerksamkeit, vor allem im Zusammenspiel mit den oben erwähnten Kanälen. Die Plakate der gesamten Liste 8 (Grüne, BastA! und junges grünes Bündnis) sehen gleich aus und wurden von einer externen Grafikerin erstellt.

So sehen die Plakate des JGB aus. Hier Nicolas Döbelin.

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.klimaboss.ch/.

(hil)

Idee

Da Nicolas dieses Jahr für das Kantonsparlament kandidiert, musste er sich stark mit der Zielgruppe seiner Jungpartei, dem jungen grünen Bündnis, auseinandersetzen. Für eine Wahlkampagne lagen Multimediale Inhalte und die Nutzung von Social Media auf der Hand.

Planung

Wie kann man eine klassische Wahlkampagne jünger, transparenter und frecher gestalten? Es war klar, dass wir den klassischen Plakat- und Flyerwahlkampf auf Social Media, da wo die Hauptzielgruppe des JGB unterwegs ist, verlagern müssen. Statt Wahlplakate sollten kurze Statements der Kandidierenden aufgenommen werden, wo sie ihre Motivation, ihre Wünsche an und ihre Ziele für die Politik äussern. Ebenfalls wichtig ist es, unpolitische Menschen und Nicht-Wähler abzuholen. Dafür muss unser kompliziertes politisches System von 0 auf erklärt werden, was wir mit 2 Erklärvideos vorbereitet haben. Ein mittlerweile wichtiges Kommunikationsmittel auf Social Media sind Stories. Um die Kampagne auch dort zeitgemäss einbinden zu können sollte ein Giphy Creater Account her (für welchen man sich bewerben muss), um Kampagnen-Gifs direkt in den Stories einbinden zu können. Um die Reichweite zu vergrössern, war ein kurzes Video geplant, welches den Kampagnenflyer (Klimaboss) animiert darstellt und als Ad auf Youtube, Instagram und Facebook geschalten wird. Zudem sollte die Pressekonferenz zur Kampagne gefilmt und online gestellt werden.

Umsetzung

Interviews: Für die Interviews wurde mit allen Kandidierenden ein Termin abgemacht. Die Fragen wurden vorher nicht kommuniziert, um die Antworten spontan und authentisch zu halten.

Erklärvideos: Die Erklärvideos wurden mit Hilfe eines Greenscreens und Studiobeleuchtung aufgenommen, um einen professionellen Eindruck zu hinterlassen. Für die Scripts musste relativ viel Zeit investiert werden, da die Themen teilweise sehr kompliziert sind und die Informationen mühsam zusammengesucht werden mussten.

Gifs: Für die Gifs haben wir die einzelnen Kampagnen-Elemente der Grafikerin verwendet und diese animiert und teilweise mit Text ergänzt, damit diese auf Instagram direkt eingebaut werden können. Die Erstellung eines Creator Accounts mit direkter Anbindung an Instagram war mühsam, da man sich dafür bewerben muss und viele Kriterien erfüllen muss. Dieser Prozess dauerte 2 Wochen.

Ads: Bei den Ads haben wir ebenfalls die Kampagnen-Elemente animiert und mit Musik unterlegt. Wir brauchten dafür 3 Formate: 16:9 für Youtube und Facebook, Quadartisch für Instagram-Beiträge und 9:16 für Instagram-Stories. Danach haben wir auf Google und Facebook Werbekontos angelegt, die Zielgruppe zusammen mit dem JGB-Vorstand evaluiert und die Werbung, bis zumWahltag datiert, online geschalten.

„Geh wählen“-Video: Die Wahlbeteiligung war am letzten Tag der brieflichen Wahlmöglichkeit immer noch sehr tief. Deswegen haben wir uns spontan dazu entschieden, noch ein lustiges Video zu drehen, um die Leute noch zum Wählen zu animieren.

Erkenntnisse

Das Erstellen von politischer Werbung gestaltete sich im Veröffentlichungsprozess als sehr kompliziert. Auf Facebook muss die Identität und die Finanzierung verifiziert werden, was sich als sehr mühsam herausstellte. Ebenfalls der Giphy Creator Account war sehr zeitaufwendig, da dieser beim ersten Mal abgelehnt wurde. In den Interviews war es sehr schwierig, Politiker dazu zu bringen, eine Sprache zu sprechen, die “normale” Menschen verstehen und ansprechend finden.

Fazit

Die Arbeit hat sehr viel Spass gemacht und war sehr lehrreich. Es war sehr spannend, den Regionalpolitik-Werbemarkt aufzumischen und auch positive Feedbacks von älteren Politikern zu erhalten. Die Kampagne ist allgemein gut gelaufen und hat viel Resonanz erhalten. Ob die Massnahmen erfolgreich waren, erfahren wir am Wahlsonntag am 25. Oktober.

Equipment

Kameras:
-Canon 80D
-Sony a7s iii
-iPhone 11 pro Max

Stativ:
Manfrotto BeFree Carbon

Mikrofone:
-Rode Smartlav+
-Rode Wireless go
-Apogee Hype Mic

Greenscreen:
Walimex Pro Video Green Screen

Beleuchtung:
Andoer Studio Light Kit

Schnittprogramm:
Final Cut Pro

Grafikprogramme:
Adope Illustrator
Adobe Photoshop