Urban_Gardening

Stadtgarten Eden

Sommerzeit ist Gartenzeit. Doch was tun, wenn der winzige Balkon so gar nicht gemütlich ist? Wir zeigen euch, wie man sich trotz kleiner Studentenbude einen Traumbalkon erschaffen kann. Was in Grossstädten wie New York und Berlin bereits vor einigen Jahren zum Trend avancierte, haben wir für euch nachgegärtnert. Jetzt steht den Ferien auf Balkonien nichts mehr im Wege.

DOs and DON’Ts              

Nicht jede Pflanze eignet sich gleich gut, um auf den Terrassen Churs zu gedeihen. Gut eignen sich „Kleinfrüchtler“, beispielsweise Erdbeeren und Tomaten; Blattgemüse, beispielsweise Salat, Spinat und Sauerampfer; jegliche Arten von Kräutern und Sprossen, zum Beispiel Kresse und Schnittlauch; Knollengemüse wie Kartoffeln und Karotten, sowie Zwiebelblütler: Nebst Iris und Lilien gehört auch der Knoblauch dazu, dessen Zehe man pflanzen kann (das herausspriessende Grün ist übrigens essbar und schmeckt vorzüglich); Sie alle sind pflegeleicht und überleben den Sommer auch ohne grünen Daumen.

Undankbar hingegen sind Fruchtbäume (da ist ein Balkon dann doch zu klein) und Exoten. Wer bereits Erfahrungen mit dem Klassiker unter den Exoten, dem Avocadokern, gemacht hat, weiss: Dem wird’s hier bald zu kalt und ungemütlich.

Ein Wort zur Erde

Erde ist nun mal nicht gleich Erde. Eure Pflanzen werden euch dankbar sein, wenn ihr ihnen die perfekte Mischung verpasst. Diese besteht für die meisten Pflanzen aus einem Drittel Komposterde, einem Drittel Sand (damit das Wasser schneller zur Wurzel abfliesst) und einem Drittel handelsüblicher Pflanzenerde.  Zudem sollte unter die Erde immer eine Schicht Drainage (die kleinen, braunen Kugeln) geschichtet werden. Das Weglassen der Drainage ist wahrscheinlich einer der häufigsten Fehler, der beim Gärtnern begangen wird.

Hängende Mooskugeln

Eine Möglichkeit, um kleine Flächen etwas grüner zu gestalten, sind diese hängenden Mooskugeln, die wir für euch vorgebastelt haben. Die nötigen Utensilien sind einfach und günstig zu besorgen. Man nehme:

– Moos (hier zwei verschiede Moosarten)
– Etwas Erde
– Kleine Pflanzen (auch möglich mit Zwiebeln und/oder Pflanzensamen)
– Schnur

Die Pflanzen, Samen oder Zwiebeln in die Mitte vom Moos legen und dieses locker drum herum legen.

Mit der Schnur satt festbinden – vier Hände gehen besser als zwei – festknoten, lange Aufhängeschnur dran binden, fertig.

Flaschentöpfe

Aus PET Flaschen lassen sich diverse Pflanzgefässe basteln, modernes Recycling inklusive. Man nehme:

– PET-Flasche, gross oder klein
– Erde, Drainage
– Pflanzen, Samen oder Zwiebeln
– Nadel und Schnur

Für einen hängenden Balkontopf schneidet man den oberen Teil mit einer Schere ab. Mit einer Nadel beidseitig Löcher in die Seiten stechen, durch das Drehen der Nadel vergrössern. Den Faden durchziehen, verknoten und abschneiden.

Nicht vergessen unten an der Flasche auch Löcher zu stechen, damit das Wasser abfliessen kann. Unten eine Drainageschicht anlegen, mit Erde füllen, Pflanzen, Samen oder Zwiebeln rein, aufhängen, fertig.

Der obere Teil der Flasche kann als Minigewächshaus benutzt werden, den Deckel kann man je nach Hitze auf- oder abschrauben.
Auch kann man die Flasche längs aufhängen und in ein Blumenkistchen umfunktionieren, dazu einfach ein Rechteck in den oberen Teil der liegenden Flasche schneiden, Drainage und Erde rein, Setzling pflanzen, fertig.

Minigarten im Einkaufswagen

Für ein etwas grösseres Beet kann man einen Einkaufswagen zur Hilfe nehmen.
Die sogenannten ,,Keinkaufswagen” sind in Basel bereits ein Trend und in der ganzen Stadt verbreitet. Praktisch ist die Transportfähigkeit, dazu sieht es auch einfach genial aus. In den meisten Geschäften gibt es irgendwo einen Lagerraum mit ausgedienten Einkaufswagen. Ein Einkaufswagenbeet ist schnell zusammengestellt. Man nehme:

– Ausgedienter oder ausgeliehener Einkaufswagen
– Licht- und wasserdurchlässiger Stoff (gibts in jedem Baumarkt)
– Erde (braucht einen grossen Sack)
– Pflanzen, Samen oder Zwiebeln

Den Einkaufswagen mit dem Stoff etwa zur Hälfte oder mehr auslegen. Mit Erde füllen. Pflanzen, Samen oder Zwiebeln rein, fertig.

Weitere Inputs

Natürlich sind das nicht die einzigen Möglichkeiten, auf kleinem Raum einen Garten zu hegen. Das Internet bietet verschiedenste Inspirationen zu diesem Thema. Zum Beispiel können alte Glühbirnen zu hübschen Hängegärtchen oder Blumenvasen umfunktioniert werden.

Auch kann ein einfacher ,,shoe organizer” aus dem IKEA in einen vertikalen Garten verwandelt werden und somit die Balkonwand optimal verschönern. Allerdings ist das Material wichtig, auch hier ist Stoff notwendig, damit die Pflanzen atmen können. Die unterste Schicht der einzelnen Säckchen sollte trotzdem gegen Durchnässung mit einem Plastiksäckchen ausgelegt werden.

Wer alte oder kaputte Autoreifen zur Hand hat, kann auch diese kurzerhand umwandeln. Oben etwas abschneiden, Stoff oder Ähnliches unten auslegen, fertig. Mögliche Behälter sind auch alte Fässer, Säcke, ganze Kommoden, und, und, und…
Eure Kreativität ist also gefragt! Viel Spass.

Die Links zu den Bildern findet ihr auf tripadvisor, greenupgrader und photosbychristopher.