The Makeover

Rund 2 Milliarden Franken wurden im Jahr 2015 in der Schweiz für Kosmetikprodukte ausgegeben. Diese hohen Ausgaben zeigen den grossen Stellenwert auf, den Kosmetikprodukte in unserem Alltag einnehmen. Das Thema Schönheit ist jedoch kein Phänomen der modernen Zeit. Das Bedürfnis sich zu verschönern und verjüngen, beschäftigt die Menschheit seit ihrem Ursprung.

Kulturell gesehen ist Make-up ein sehr breit gefächertes Thema: Während in Japan Frauen mit Make-up ihr berufliches und soziales Ansehen demonstrieren, wollen europäische Frauen ihre Persönlichkeit unterstreichen. Neben kulturellen Motiven sind auch die psychologischen Aspekte im Zusammenhang mit Make-up nicht zu unterschätzen: Das Thema Make-up ist keineswegs einseitig oder oberflächlich, sondern extrem vielfältig und tiefgründig.

Ungeschminkt aus dem Haus gehen? Das scheint für viele Mädchen und Frauen ein No-Go zu sein. Die Gründe sind oft sehr unterschiedlich. Bei den einen mangelt es an Selbstbewusstsein, bei anderen hat es etwas mit Weiblichkeit zu tun und bei wieder anderen ist es die pure Freude an Make-up. Die Kosmetik-Abteilung ist für viele Frauen so ähnlich wie die Abteilung für Autozubehör bei Männern. Natürlich gehören nicht alle Frauen dazu. Einige mögen es lieber ungeschminkt und anderen ist der Aufwand zu gross oder sie fühlen sich überfordert mit der riesigen Auswahl an Produkten.

In diesem Projekt geht es nicht um perfekt inszenierte Bilder, Bewertungen, ob Frauen mit oder ohne Make-up schöner, oder gar hässlicher aussehen. Im Gegenteil – wir starteten einen Selbstversuch: Wir haben drei Frauen ganz nach den gängigen Tutorials, die man haufenweise auf sozialen Netzwerken findet, geschminkt. Wir haben es uns zum Ziel gemacht, ein authentisches Make-up-Tutorial an Frauen wie «Du und Ich» auszuprobieren – und dabei ihre Reaktionen auf die Veränderung sowie ihre Beziehung zu Make-up festzuhalten.
Viel Spass beim «MAKEOVER» auf unserer Webseite.

(mm)

Kritik
von Dana Hausherr, Seraina Sprick, Simona Ritter und Simone Schregenberger

Idee
Das Thema Make-up wird allgegenwärtig thematisiert. Vor allem auf Social-Media-Plattformen werden junge Mädchen und Frauen täglich damit konfrontiert. In diesem Projekt geht es wie erwähnt nicht um das perfekt inszenierte Bild, wie wir es uns von Reality-Stars oder Magazincover von Supermodels gewohnt sind – sondern um einen authentischen Versuch, Make-up und seine Wirkung aufzuzeigen. Wir wollten für einmal kein Tutorial vom perfekt geschminkten Model sehen. Darum haben wir es uns zum Ziel gemacht ein authentisches Make-up Tutorial an Frauen, wie "Du und ich" auszuprobieren. Wichtig war uns zudem, die Schminkgewohnheiten der Probandinnen in einem Interview wiederzugeben und die Reaktionen auf die Veränderung direkt im Video festzuhalten. Um das Projekt abzurunden, wollten wir alles auf einer Webseite veröffentlichen.

Umsetzung
Lange haben wir an der Message und wie wir diese am besten vermitteln können, gearbeitet. Für den Cast haben wir uns in unserem Umfeld umgesehen und drei verschiedene Charaktere herausgesucht, welche wir gerne verändern wollten. Als nächstes haben wir ein Zimmer in ein Make-up Studio verwandelt und es mit LED-Pannel und Blitzsystem optimal ausgeleuchtet. Für jedes Tutorial und jedes Gesicht, haben wir einen individuellen Make-up-Plan zusammengestellt. Die Grundpfeiler wie Foundation und Contouring wurden bei allen gleich geschminkt, doch um die Feinheiten jedes Typs zu unterstreichen, haben wir bei jeder Person etwas Neues ausprobiert.

Postproduction
Die einzelnen Videos haben wir mit Premiere Pro bearbeitet. Dazu haben wir zuerst den ganzen Prozess des Schminkens um 650 Prozent beschleunigt. Dies gibt dem Video den aussergewöhnlichen Look, zudem wäre es sowieso nicht interessant sich die ganzen 30 Minuten des Schminkprozesses anzusehen. Diese Beschleunigung wurde dann mit einem Übergang zur Reaktion der Probandinnen aufgehoben. Bei der Reaktion musste die externe Audioaufnahme synchronisiert und die Lautstärke angepasst werden. Danach war die Color Correction an der Reihe. Diese stellte eine besondere Herausforderung dar, da ein LED-Panel unbemerkt nach einiger Zeit keine Batterie mehr hatte. Nichts desto trotz wurde bei der Color Correction ein kühler, heller und farbintensiver Ton angestrebt. Zum Schluss kümmerten wir uns noch um das abschliessende Audiodesign. Dabei wurde alles aufeinander abgestimmt und eine passende, den Rhythmus des Videos unterstützende Musik gesucht und auch gefunden.

Bildbearbeitung
Zur Bearbeitung der Bilder haben wir mit Photoshop und Lightroom gearbeitet. Da die Fotos auf der Website in einen Vorher-Nachher-Slider eingebaut werden sollten, mussten zunächst zwei möglichst identische Bilder gefunden werden. Danach haben wir in Lightroom Farben, Belichtungszeit und Kontrast angepasst sowie einen Weissabgleich gemacht. In Photoshop ging es dann weiter mit dem Feinschliff. Mithilfe von Gradiationskurven, Masken und allerlei Werkzeugen, wurde der Hintergrund weisser, die Haut reiner und die Augen strahlender. Zum Schluss musste noch die Kadrierung der Bilder exakt aufeinander abgestimmt werden.

Webseite
Wir haben die Webseite mit Hilfe von Bootstrap und dem TwentyTwenty Slider-Plugin selber geschrieben. Dabei war es uns wichtig, dass die Inhalte übersichtlich und sinnvoll angeordnet werden und dass die Veränderung der Teilnehmerinnen gut sichtbar ist. Kleine Spielereinen wie zum Beispiel die Overline beim Hover über die Menupunkte, als Anspielung auf das "Over" in "The Makeover", durften dabei auch nicht fehlen. Die Titel-Seite am Anfang soll die Besucher auf das Thema der Webseite einstimmen.

Herausforderungen
Die erste Herausforderung war, unsere Idee dem Zuschauer gezielt vermitteln zu können. Zudem war der Schminkprozess an sich nicht so simpel wie gedacht, da jede von uns das erste Mal nicht sich selber, sondern eine andere Person geschminkt hat. Unsere grösste Herausforderung war, jedem Typen gerecht zu werden, nicht zu übertreiben, jedoch trotzdem eine Veränderung hinzubekommen, die auf der Kamera sichtbar ist. Auch auf der technischen Seite gab es einige Herausforderungen. Da uns nur ein LED-Pannel zur Verfügung stand war eine gleichmässige Ausleuchtung des Videos schwierig. Das bedeutete, dass in die Postproduction mehr Zeit investiert werden musste. Beim Schreiben der Webseite war wie gewöhnlich Google unser bester Freund. So konnten die meisten Probleme rasch gelöst werden. Das einzige, was bis zum Schluss nicht funktionierte, war es ein Youtube-Video mit Autoplay fensterfüllend als Background einzubauen. Nach stundenlangem Tüfteln entschieden wir uns dann, das Video einfach durch ein Bild zu ersetzen.

Fazit
Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit unserem Projekt. Denn obwohl wir keine Make-Up Artisten sind, war eine deutliche Veränderung zu sehen und kein Make-Up ist uns bei den Probandinnen Misslungen. Auch in unseren ganzen technischen Fertigkeiten konnten wir von diesem Projekt profitieren. Sei es im Video-Bereich, Web-Design oder in der Postproduktion. Zudem sind wir mehr als zufrieden mit unseren Models und möchten uns an dieser Stelle nochmals herzlich bei ihnen bedanken!

Quellen
http://www.beauty.at/makeup/facts/Die-Psychologie-von-Makeup.html
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/283709/umfrage/umsatz-mit-kosmetik-und-koerperpflegeprodukten-in-der-schweiz/

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