Für Licht – 2 Mal klatschen!

Bestimmt haben die Meisten unter uns schon einmal auf dem stillen Örtchen getanzt oder zumindest gesungen. Aber wer hat dies getan um überhaupt die Toilette nutzen zu können?

Eine ganze Reihe an Ereignissen überraschte am Mittwoch, 24. September die Toilettenbesucher der Lux Bar in Winterthur. Kein Licht ohne Gesang und kein Wasser ohne Tanz lautete die Devise.

Anlass für diese Aktion ist der Gastro Toilet Award der Event-Studierenden der HTW Chur, welcher erstmals im Rahmen der Best of Swiss Gastro Veranstaltung am 17. November 2014 in Luzern verliehen wird. Der von den Studierenden produzierte Film soll die Leute nochmals animieren, kräftig für die schönste, originellste oder skurrilste Toilette der Schweiz abzustimmen. Die Abstimmung läuft noch bis Ende Oktober. Aus den drei Toiletten mit den meisten Votes, bestimmt schliesslich eine Fachjury den diesjährigen Sieger.

Alle weiteren Infos zum Projekt findest du hier.

Kritik
von Isabel Racine, Diana Giori, Michelle Schmidheini, Alain Amrein, Yasemin Ünsal und Ranja Kamal

Idee:

Um das Projekt Gastro Toilet noch auf andere Weise zu vermarkten, entschieden wir uns für einen Urban Hacking Event. Erste Ideen für so einen Event waren rasch vorhanden, mussten jedoch wieder verworfen werden, da diese rechtlich nicht zulässig waren. Die Idee, das Video mit einer Erlebnistoilette zu verbinden, kam ganz zufällig bei Diskussionen auf (die neuen HTW-Stühle auf Rollen hatten wohl inspirierende Auswirkungen auf uns). Alle waren sofort von der Idee begeistert und wir konnten beginnen, diese auszuarbeiten.

Für uns war wichtig, dass die Protagonisten interaktiv bei der Story mitwirken können. Zudem sollten multimediale Elemente miteingebaut werden. Aufgrund dessen entstand die Idee, dass die Protagonisten vor der Toilette auf einem angebrachten iPad einen Song auswählen können. Sobald dieser im Toilettenvorraum steht, wird das Licht ausgeschaltet und eine Stimme mit den Worten „Für Licht - 2 Mal klatschen“ ertönt. Wenn dies gemacht wird, geht das Licht an und der Protagonist kann auf die Toilette gehen. Während dieser aber auf der Toilette sitzt, erlöscht das Licht plötzlich wieder. Die Stimme ertönt erneut und teilt dem Protagonisten mit, dass nun gesungen werden müsse, damit das Licht wieder angehe. Gesagt, getan. Das letzte Hindernis, das der Protagonist überwinden muss, folgt sogleich. Beim Händewaschen kommt kein Wasser aus dem Hahnen. Auch hier informiert die Stimme, dass für Wasser getanzt werden müsse. Es ertönt der Song, welchen man vor dem Eintreten gewählt hat. Sobald getanzt wurde, funktioniert dann auch das Wasser wieder. Hat der Protagonist alle Hürden überwunden, wird er von uns und dem Kamerateam mit einem Geschenk herzlich empfangen.

Umsetzung:

Die erste Hürde, war die Suche nach einer geeigneten Toilette. Diese fanden wir in der Lux Bar in Winterthur, eine nominierte Toilette auf unserer Website.

Zur Umsetzung des Videodrehs benötigten wir vor allem viel Technik. Es mussten mehrere Kameras und Lautsprecher organisiert werden. Zudem war es wichtig, dass wir untereinander kommunizieren konnten. Weshalb ein Interkom unabdingbar war. Eine Live-Verbindung zur Regie mit Bild und Ton musste installiert werden.

Im Einsatz waren fünf GoPros, die mit Akku liefen. Daher mussten wir diese dauernd prüfen und wenn nötig, die Akkus austauschen.

Da die Bluetooth-Verbindung der Laptops zu den Lautsprechern nicht vom Regieraum aus funktionierte, mussten wir zwei Personen in einer der Toiletten-Kabinen platzieren und von dort aus steuern.

Nach langem Aufbau konnten wir gegen 20 Uhr mit dem Dreh starten. Der gesamte Event dauerte ca. 3.5h und 19 Personen haben uns ihr Einverständnis gegeben, ihre Aufnahmen zu verwenden. Insgesamt haben 20 Personen unsere Toilette benutzt.

Trotz einiger Schwierigkeiten war es ein erfolgreicher Abend.

Probleme:

Bei der Idee sind wir auf rechtliche Probleme gestossen, denn "versteckte Kamera"-Formate sind in der Schweiz verboten und auf der Toilette stellte sich uns auch noch die Hürde der Privatsphäre, welche zu überwinden war. Daher mussten wir Massnahmen treffen, durch welche wir legal filmen konnten. Dazu gehörte ein Sticker an der Türe, der die Gäste darauf hinwies, dass sie in den Toilettenvorräumen gefilmt werden. Nachdem sie die Toilette wieder verlassen hatten, wurden sie von einer Studentin empfangen und über das Projekt informiert. Damit wir die Aufnahmen auch verwenden durften, mussten die Protagonisten zusätzlich eine Einverständniserklärung unterschreiben.

Ursprünglich wollten wir Songs von bekannten Interpreten in der Toilette abspielen, doch leider hatten wir nicht mehr genügend Zeit, die Musikrechte zu organisieren. Daher wichen wir auf lizenzfreie Musik aus. Wir waren besorgt dass die Protagonisten zu Songs, die sie nicht kennen, nicht tanzen würden. Diese Angst war allerdings unbegründet.

Bei der Umsetzung hatten wir vor allem Probleme mit den Kameras. Das Platzieren der GoPros stellte sich schwieriger heraus als gedacht. Die Dome-Kameras, die wir extra für diesen Event gekauft haben, konnten wir nicht zum Laufen bringen. Die Technik war an diesem Tag nicht mit uns. Immer wieder scheiterte die Bluetooth-Verbindung zwischen dem Smartphone und den Musikboxen. Zum Glück hatten wir begabte Techniker im Team, die sich diesen Problemen stellten und mit viel Improvisation, das Ganze zum Laufen brachten.

Beim Schnitt des Clips war es vor allem schwierig alle zusammengehörenden Aufnahmen zu finden. Bei einigen haben nicht alle GoPros funktioniert, da entweder der Akku leer war oder die Speicherkarte voll.

Da wir die Reaktionen der Protagonisten vor dem Event nicht einschätzen konnten, hatten wir nur ein provisorisches Drehbuch, was den Schnitt zusätzlich erschwerte. Es stellte sich als sehr schwierig heraus, eine Spannung im Video aufzubauen und nach einigen Postproductiontagen, sahen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Doch schlussendlich ist ein lustiges, spannendes und brauchbares virales Video entstanden welches fleissig geteilt und mehrmals täglich angeschaut wird. Wir sind sehr zufrieden mit dem Endprodukt und würden jederzeit wieder einen Urban Hacking Event planen.

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